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Grüne Fensterläden gelten als italienisches Markenzeichen. Der Grund dafür steckt nicht im Geschmack, sondern im Material: Kupfer.
Grünspan als Universalfarbe
Bis ins 20. Jahrhundert war Grünspan, das grüne Kupfersalz, eines der wenigen Pigmente, die im Freien nicht schnell verblassten. Es war zudem günstiger als viele andere haltbare Farben und ließ sich aus Kupfer und Essigsäure selbst herstellen.
Schutz vor Holzwurm und Schimmel
Kupfer wirkt fungizid und insektenabweisend. Fensterläden aus Holz waren in feuchten Küstenregionen wie Ligurien oder der Amalfiküste besonders anfällig für Holzwurmbefall. Die grüne Farbe war Materialschutz.
Warum die Flagge Grün-Weiß-Rot?

Kein Naturgesetz
Regelungen zur Farbe der Fensterläden gibt es in der Regel lokal, wie in den historischen Altstädten. Nicht alle Fensterläden in Italien sind grün. In der Toskana dominiert in einigen Gemeinden ein gedecktes Rotbraun („rosso Pompeiano“), in Ligurien auch mal Blautöne.
Von der Notwendigkeit zur Konvention
Moderne Farben mit UV- und Fäulnisschutz machen Grünspan heute überflüssig. Trotzdem streichen viele Hausbesitzer und Denkmalschutzbehörden weiter grün – aus Traditionsgründen und weil es zum Ortsbild gehört.
Grünspan bei den Römern
Schon die alten Römer erzeugten übrigens Grünspan, indem sie Kupferplatten in Wein tränkten – dieselbe Patina, die man heute auf verwitterten Metalldächern, alten Münzen oder Skulpturen sieht. Verwendet wurde das Pigment für Mosaike, Fresken und Glasmalerei, später auch von mittelalterlichen Mönchen für Buchmalerei. Grünspan hat allerdings eine schwache Deckkraft – genau richtig als robuster Außenanstrich für Holz.
Die Lasagne bei den alten Römern