Die Amalfitana
Zehn Straßen in Italien, bei denen niemand fragt, wie lange man noch braucht.
Wer im Navi „schnellste Route“ eingibt, verpasst in Italien häufig was. Was sich gerade noch wie ein unnötiger Umweg anfühlte, kann schnell zur unverhofften Panoramatour werden. Die interessantesten Straßen sind fast nie die kürzesten. Hier die 9 spektakulärsten Strecken durchs Bel Paese – große Augen garantiert.
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9. Campo Imperatore (SS17bis), Abruzzen

Die Route: Die SS17bis führt über die Hochebene des Campo Imperatore im Gran-Sasso-Massiv. Wegen ihrer kargen Landschaft wird die Region oft „Klein-Tibet“ genannt. Der höchster Gipfel, der Corno Grande, ist mit 2.912 Metern die höchste Erhebung der Apenninen.
Was man sieht: Weite Hochflächen, kaum Bäume, Schafherden und ein unendliches Bergpanorama.
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8. Strada Panoramica della Costa del Sud (SP71), Sardinien

Die Route: Die SP71 verläuft zwischen Chia und Teulada an der Südküste Sardiniens, etwa 20 Kilometer in den 1960er-Jahren gebaut. Der Küstenabschnitt liegt größtenteils im Landschaftsschutzgebiet und ist bis heute kaum bebaut.
Was man sieht: Sandbuchten, türkises Wasser und mediterranes Buschwerk wie Rosmarin oder Ginster.
7. Strada Statale 18 (SS18) Tirrena Inferiore, Basilikata

Die Route: Die SS18 folgt der nur etwa 30 km kurzen Küste von Maratea, dem einzigen Meereszugang der Region, und ist die ruhigere Alternative zur Amalfitana. Bei Maratea steht die 21,3 Meter hohe Christo Redentore-Statue (1965 fertiggestellt), zweitgrößte Christusstatue der Welt nach der in Rio de Janeiro.
Was man sieht: Steilküste, Brücken, kleine Buchten und die weithin sichtbare Christusstatue über Maratea.
6. Salento-Küstenstraße (SP358), Apulien

Die Route: Die Straße führt an der Ostküste des Salento entlang bis zur Südspitze des italienischen Stiefels, vorbei an den historischen Wachtürmen, die im 16. Jahrhundert gegen Piratenüberfälle gebaut wurden. Otranto ist mit der Kathedrale (12. Jahrhundert, größtes Bodenmosaik Europas) einer der Fixpunkte. Santa Maria di Leuca ist der südlichste Punkt Apuliens, wo Adria und Ionisches Meer aufeinandertreffen.
Was man sieht: Kalkfelsen, alte Wachtürme, kleine Badebuchten, Otranto und Santa Maria di Leuca.
5. Große Dolomitenstraße (SS48), Südtirol / Trentino / Venetien

Die Route: 182,1 Kilometer zwischen Auer in Südtirol und Auronzo di Cadore in Venetien. Auf der Strecke passiert man den Sellajoch (2.218 m), den Pordoijoch (2.239 m) und den Falzaregopass (2.105 m).
Was man sieht: Berge, Berge, Berge – die Pässe Pordoi und Falzarego, das Sella-Massiv sowie die Marmolata, den höchsten Gipfel der Dolomiten.
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4. Strada del Val d’Orcia (SP146), Toskana

Die Route: Das Tal wurde 2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt – als „Sinnbild für die Schönheit gut gepflegter Agrarlandschaften der Renaissance“. Die Route verbindet Pienza, San Quirico d’Orcia und Montalcino auf wenig befahrenen Provinzstraßen durch Ton- und Kalkhügel, die seit dem Mittelalter kaum verändert wurden.
Was man sieht: Zypressen, Weinberge und Hügel und Orte wie Pienza, San Quirico d’Orcia und Montalcino.
3. Stilfser Joch / Passo dello Stelvio (SS38), Südtirol

Die Route: 2.758 Meter Passhöhe, 48 durchnummerierte Kehren allein auf der Nordrampe von Prad aus – jede mit eigenem Kilometerstein. Auf gut 24 Kilometern werden dabei über 1.800 Höhenmeter überwunden. Zweithöchster asphaltierter Alpenpass nach dem Col de l’Iseran.
Was man sieht: Gletscher und schroffe Felswände – Alpenpanorama satt.
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2. Strada della Forra (SP38), Gardasee

Die Route: Die Straße führt durch die enge Brasa-Schlucht hinauf nach Tremosine oberhalb des Gardasees. Winston Churchill bezeichnete sie einst als das „achte Weltwunder“. Gebaut zwischen 1908 und 1913 unter Leitung von Arturo Cozzaglio, einem autodidaktischen Ingenieur, Hydrologen und Geologen aus Tremosine. Nur knapp 6 Kilometer lang, überwindet dabei einen Höhenunterschied von etwa 200 Metern, mit mehreren in den Fels gehauenen Tunneln. Diente 2008 als Kulisse für die Verfolgungsjagd in „James Bond – Ein Quantum Trost“.
Was man sieht: In den Fels gehauene Tunnel, steile Schluchtwände und Aussichtspunkte über dem Gardasee.
1. Die Amalfitana (SS163), Kampanien

Die Route: Die SS163 verläuft etwa 50 Kilometer entlang der Amalfiküste zwischen Vietri sul Mare und Positano – hoch über dem Tyrrhenischen Meer und direkt am Steilhang. Die Bauarbeiten dauerten 20 Jahre und endeten am 26. April 1850. Die Amalfitana musste komplett in den Fels gesprengt werden. Vorher gab es hier nur schmale Pfade für Fußgänger, Esel und Maultiere – das Schiff war das wichtigste Verkehrsmittel entlang der Küste. Eine der bekanntesten Straßen der Welt und deshalb auf Platz 1.
Was man sieht: Hinfahren und selbst schauen – es sicht in echt noch viel spektakulärer aus als auf den Fotos – steile Küsten, steil bebaute Hänge, Zitronenterrassen und blaues Meer. So schön, dass man gar nicht auf den Stau achtet.