Die Amalfiküste im Sommer
Wer in der Hauptsaison zu den bekannten Schönheiten ans Meer will, weicht besser aus. Zehn italienische Hotspots und ihre ruhigeren Gegenstücke.
Der August ist in Italien der Monat der großen Völkerwanderung. Wenn das ganze Land Urlaub macht und Millionen internationale Gäste dazukommen, stoßen die bekanntesten Küstenorte an ihre Belastungsgrenzen. Abseits der weltberühmten Fotospots verbergen sich allerdings Küstenstreifen und Inseln, die dieselbe Magie bieten – nur ohne das Gedränge.
1. Positano vs. Vietri sul Mare an der Amalfiküste


- Der Hotspot: In Positano schieben sich die Menschenmassen im August schrittweise durch die engen Treppengassen. Strände und Restaurants sind monatelang ausgebucht.
- Die Alternative: Am östlichen Tor der Amalfiküste liegt Vietri sul Mare. Der Ort ist berühmt für seine farbenfrohe Keramik, bietet echten süditalienischen Alltag, breitere Strände und entspannte Bar-Kultur ohne VIP-Aufschlag.
2. Monterosso al Mare/Cinque Terre vs. Tellaro in Ligurien


- Der Hotspot: Die Cinque Terre ersticken im Sommer im Tagestourismus. Der Sandstrand von Monterosso ist hoffnungslos überfüllt, die Züge dazwischen überlastet.
- Die Alternative: Weiter südlich am Golf der Dichter schmiegt sich Tellaro an die Felsen. Das kleine Fischerdorf gilt als eines der schönsten Italiens, ist architektonisch kaum von den Cinque Terre zu unterscheiden, bleibt vom Massenansturm jedoch weitgehend verschont.
3. Capri vs. Procida in Kampanien


- Der Hotspot: Tagesausflügler schwemmen täglich tausendfach auf die Glamour-Insel Capri. Die Piazzetta ist verstopft, die Wartezeiten für Busse und Bahnen sind lang.
- Die Alternative: Die Nachbarinsel Procida – Kulturhauptstadt Italiens 2022 – hat sich ihren bodenständigen Charme bewahrt. Pastellfarbene Fischerhäuser am Marina Corricella, ruhige Buchten und echtes insulares Leben prägen das Bild.
4. Taormina vs. Cefalù auf Sizilien


- Der Hotspot: Seit dem Boom durch TV-Serien platzt Taormina aus allen Nähten. Die Gassen rund um das antike Theater sind zur Rushhour kaum passierbar.
- Die Alternative: Cefalù an der Nordküste Siziliens bietet eine traumhafte Kulisse aus normannischer Kathedrale und langem Sandstrand. Trotz seiner Popularität verteilt sich der Trubel hier am Meer und im historischen Zentrum deutlich besser.
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5. Tropea vs. Scilla in Kalabrien
- Der Hotspot: Der Altstadtfelsen von Tropea ist Kalabriens Aushängeschild. Im August stauen sich die Urlauber an den Aussichtspunkten und am schmalen Stadtstrand.
- Die Alternative: Weiter südlich, direkt an der Straße von Messina, liegt Scilla. Das Fischerviertel Chianalea, wo die Häuser direkt im Wasser stehen, versprüht fast venezianisches Flair – mit Blick auf Sizilien und herausragender lokaler Küche.
6. San Vito Lo Capo vs. Scopello auf Sizilien


- Der Hotspot: Der weiße Karibikstrand im Nordwesten Siziliens ist im Hochsommer ein dichtes Meer aus Sonnenschirmen. Ruhige Plätze sucht man hier vergebens.
- Die Alternative: Nur eine kurze Strecke weiter östlich bietet Scopello dramatische Natur. Rund um die historische Tonnara (ehemalige Thunfischfangstation) und das angrenzende Naturschutzgebiet Zingaro findet man türkisblaue Kieselbuchten mitten im Grünen.
7. Gallipoli vs. Otranto in Apulien

- Der Hotspot: Gallipoli gilt im August als Partymetropole Apuliens. Der Strandabschnitt Baia Verde ist laut, voll und fest in der Hand feiernder Jugendlicher.
- Die Alternative: An der Ostküste des Salento zeigt sich Otranto von einer eleganteren Seite. Die östlichste Stadt Italiens begeistert mit einer intakten Stadtmauer, azurblauem Wasser und einer historischen Altstadt, die auch im Sommer gelassen bleibt.
8. Porto Cervo vs. Santa Teresa Gallura auf Sardinien
- Der Hotspot: Die Costa Smeralda ist im Hochsommer exklusiv und überlaufen zugleich. Yacht-Mogule und Luxustouristen sorgen für extreme Preise und verstopfte Küstenstraßen.
- Die Alternative: An der Nordspitze Sardiniens liegt Santa Teresa Gallura. Von hier aus blickt man direkt auf Korsika, die Granitfelsen von Capo Testa bieten wilde Natur und die Strände sind auch ohne Luxusbudget zugänglich.
9. Vieste vs. Peschici in Apulien
- Der Hotspot: Die weiße Stadt auf dem Gargano-Mittelmeer-Felsen zieht im August gigantische Familienmassen an. Die flachen Sandstrände sind lückenlos belegt.
- Die Alternative: Das benachbarte Peschici thront ebenfalls spektakulär auf einem Felsen über dem Meer. Seine verschachtelten Gassen wirken authentischer, und die umliegenden Buchten bieten deutlich mehr Raum zum Durchatmen.
10. Polignano a Mare vs. Monopoli in Apulien

- Der Hotspot: Die berühmte Bucht Lama Monachile in Polignano ist das Motiv unzähliger Social-Media-Posts. Im August passen auf den schmalen Kieselstrand kaum noch Badetücher.
- Die Alternative: Gleich nebenan erstreckt sich Monopoli. Mit seinem alten Fischereihafen, den weiß getünchten Gassen und den zahlreichen kleinen Badebuchten (Calette) südlich der Stadt verteilt sich der Urlauberstrom perfekt.
Fotos: K, T. Jullien, M. Grua, R. Petrik, May Vanhille, y Sam Teano , Reinhard Bruckner, Tugce Turan, Kevin, Ilo Frey auf Pexels.com