8 Dinge, die Italiener am Strand ganz anders machen als wir

Der italienische Strand folgt Regeln, die nirgendwo stehen.

Zwischen Sonnenschirm und Espresso läuft hier ein Programm ab, das sich seit Generationen kaum verändert hat. Manche Szenen wiederholen sich Tag für Tag, fast auf die Minute. Wer genau hinschaut, erkennt Italiener am Strand, noch bevor sie ein Wort sagen.

1. Der Stammplatz

Derselbe Sandstreifen, seit Jahrzehnten, ohne Diskussion. Der Bademeister grüßt beim Namen, die Nachbarn kennen drei Generationen der Familie. Wer den Schirm einen Meter daneben aufstellt, bekommt das noch Wochen später zu hören.

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2. Die Ausrüstung von Nonna

Der Sonnenschirm ist älter als mancher Ehering und genauso unkaputtbar. Dazu Liegen, Klapptisch, Kühltasche, gerne ein Radio. Am Ende steht die halbe Wohnungseinrichtung im Sand, Eleganz war dabei nie das Ziel.

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3. Espresso im Stehen

Ein Kaffee aus dem Pappbecher, getrunken mit Blick aufs Meer, zwischen zwei Schwimmgängen. Man steht dabei am Rand des Geschehens, sieht die anderen kommen und gehen. Der Espresso ist schnell ausgetrunken, das Stehenbleiben dauert oft länger.

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4. Zeremonie vorm Wasser

Kopfüber rein, das machen nur Touristen. Erst die Arme, dann der Nacken, dann, mit spürbarer Dramatik, der Rest. Ist die Kälte einmal überstanden, wird selten weitergeschwommen. Man bleibt stehen, bis zur Brust im Wasser, und führt dort stundenlang Gespräche, die am Vormittag begonnen haben und am Nachmittag gefühlt noch nicht zu Ende sind.

5. Racchettoni ohne Ende

Klack-Klack-Klack, über den ganzen Strand, stundenlang. Eine Partie Beachtennis endet erst, wenn der Nachbarschirm die Schläger einpackt. Und der Nachbarschirm hat selten Eile.

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6. Mammas Sonnencremeregime

Eingecremt wird nicht, eingecremt wird zelebriert. Alle zwei Stunden, großzügig, mit mütterlicher Endgültigkeit. Wer vierzig ist und noch Mama am Strand hat, cremt sich trotzdem nicht selbst ein.

7. Mittagsbankett mit Handtuch

Eine Box wird geöffnet, dann die nächste, dann noch eine. Wassermelone, gebratene Paprika, Melanzane, ein Berg Tomatensalat, dazwischen Panini und die Pizzastücke von gestern, die heute genauso gut schmecken. Für sechs Personen wird grundsätzlich für zwölf gepackt, man weiß ja nie, wer noch vorbeischaut. Ist die Prozession der Köstlichkeiten erstmal eröffnet, zieht sie sich über mindestens 90 Minuten.

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8. Zwischendurch telefonieren

Wenn gerade keine Siesta gehalten, kein Racchettoni gespielt und nicht gegessen wird, dann wird telefoniert. Mit der Nonna, die heute nicht mitgekommen ist. Mit dem Fußballkollegen, wegen des Spiels am Abend. Mit dem Cousin zweiten Grades, dessen Freundin doch heute Geburtstag hat, oder war das schon gestern? Mit dem Nachbarn, der kurz nachsehen soll, ob die Einfahrt zugeparkt ist. Am Ende jedes Gesprächs steht dasselbe Wort: tutto a post. Auch am Strand up to date.

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