Der Kaffee ist bestellt, die Laune ist bestens – und dann serviert der Kellner ein Glas warme Milch.
Über Jahre haben sich Begriffe in unseren Köpfen festgesetzt, die südlich der Alpen etwas völlig anderes bedeuten. Wer die zehn typischen Fälle kennt, spart sich verwirrte Blicke, verbrannte Zungen und bestellt ab Tag eins wie ein Stammgast.
Die wilde Geschichte von Rimini
1. Cornetto

Fast immer ein Hörnchen, meist mit Marmelade, Creme oder Schokolade gefüllt – zum Frühstück an der Bar. Mit dem Eis im Hörnchen hat es nichts zu tun, auch wenn der Name aus der Werbung hängen bleibt.
Die italienische Morgenroutine
2. Latte
Auf Deutsch ein Kaffeegetränk, auf Italienisch schlicht Milch. Wer „un latte“ bestellt, bekommt ein Glas Milch – keinen Milchkaffee. Der heißt „caffè latte“.
3. Pepperoni

Im Deutschen die scharfe Schoten zum Knabbern, in Italien nur eine normale Paprika. Wer es scharf mag, fragt nach „peperoncini“.
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4. Drogheria
Keine Drogerie für Duschgel oder Zahnpasta, sondern ein Traditionsgeschäft für Feinkost, Öl, Wein und Gewürze. Medikamente gibt es in der farmacia.

5. Firma
Bedeutet Unterschrift, nicht Unternehmen. „Firma qui” heißt schlicht „hier unterschreiben“. Die Firma oder das Unternehmen heißt auf italienisch azienda oder ditta.
6. Camera
Kein Fotoapparat, sondern das Zimmer – camera da letto etwa das Schlafzimmer. Die Kamera heißt macchina fotografica.
7. Caldo
Klingt nach kalt, bedeutet aber heiß. Wer im Restaurant „acqua calda“ bestellt, weil es sich vertraut anhört, kriegt heißes statt kaltes Wasser. Spätestens unter der Dusche wird der Unterschied schmerzhaft klar.
8. Morbido
Erinnert an morbide oder krank, meint aber weich – bei Brot, Kleidung, Sofas. Ein pane morbido ist ein Kompliment.
9. Bar

Keine Kneipe, sondern der Ort für Espresso im Stehen, ein Cornetto und den schnellen Blick auf die Zeitung. Morgens ist die Bar Frühstückstreff, tagsüber Durchlaufstation, abends dann auch mal Ort für einen Aperitivo – reiner Alkoholausschank ist sie selten.
10. Confetti
Keine bunten Papierschnipsel, sondern Zuckermandeln, die bei Hochzeiten und Taufen verteilt werden. Das Papierkonfetti heißt auf Italienisch coriandoli.