Einkaufen in Neapel
Ladenschilder, die klingen wie Zaubersprüche. Macelleria, Latteria, Salumeria – wo bekommt man eigentlich was?
Anders als in Ländern, wo im Supermarkt fast alles unter einem Dach vereint ist, ist der italienische Einzelhandel bis heute stolz spezialisiert. Wer die wichtigsten Begriffe kennt, kauft wie ein Local und entdeckt nebenbei Produkte, die im Supermarkt-Regal niemals zu finden wären.
Macelleria – die Metzgerei
Die Macelleria ist das Herzstück jedes italienischen Dorfes und verkauft hauptsächlich rohes, unverarbeitetes Fleisch. Oft ist sie zusätzlich hochspezialisiert: Manche Metzger verkaufen ausschließlich Rind, andere haben sich auf Lamm konzentriert. Der Metzger schneidet das Fleisch meist direkt vor Ort, Kostproben sind in der Regel inklusive.
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Salumeria – Wurst und Schinken
Während die Macelleria frisches, unverarbeitetes Fleisch verkauft, dreht sich in der Salumeria alles um veredelte Wurst- und Schinkenspezialitäten – ob luftgetrocknet wie Salame oder gekocht wie Mortadella. Viele Salumerie führen zusätzlich Käse, sodass man gleich einen kompletten Aperitivo-Teller zusammenstellen kann. Der Verkäufer schneidet die Ware hauchdünn direkt am Stück – Vorschnittwaren aus der Kühltheke sind hier die Ausnahme.
Latteria oder Caseificio – der Milch- und Käseladen
Die Latteria war ursprünglich ein Milch- und Molkereiladen; heute steht der Begriff vielerorts für kleine Läden oder Betriebe mit Milchprodukten wie Milch, Butter, Frischkäse und regionalem Käse. Der Caseificio ist vor allem eine Käserei: Hier wird Käse direkt vor Ort hergestellt, oft auch verkauft, etwa Mozzarella, Ricotta, Burrata oder gereifte Sorten. Gerade auf dem Land lohnen sich die handwerkliche Spezialitäten.
Panetteria / Forno – die Bäckerei
Zwei Begriffe, ein Prinzip: frisches Brot, oft mehrmals täglich gebacken. Der Forno ist traditionell eher der Ort, an dem tatsächlich gebacken wird, während die Panetteria der Verkaufsraum ist – in der Praxis werden beide Begriffe häufig verwendet.
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Pasticceria – die Konditorei
Anders als die Panetteria dreht sich hier alles um Süßes: Cornetti, Torten und kunstvoll gearbeitete Pralinen, aber kein Brot. Der Übergang zur Bar ist fließend – viele Pasticcerie haben morgens auch einen Kaffeetresen, an dem man den Cornetto direkt im Stehen genießt.
Pescheria – das Fischgeschäft
Besonders in Küstenorten ein Fest für die Sinne: Der Fang des Tages liegt oft noch tropfnass auf Eis. Ein Blick in die Pescheria verrät zuverlässig, was gerade Saison hat – zuverlässiger als jede Reiseführer-Empfehlung.
Enoteca – die Weinhandlung
Weit mehr als ein Weinladen im deutschen Sinne: Viele Enoteche laden zum Verkosten ein, manche haben eine kleine Bar oder auch Tische für ein Glas Wein mit ein paar Snacks. Wer sich für regionale Weine interessiert, bekommt hier eine kompetente Beratung, Lebensweisheiten über Genuss gibt es kostenlos dazu.
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Alimentari – der Tante-Emma-Laden
Ein kleines Universum unter einem Dach: Nudeln, Konserven, Wein, oft auch etwas Käse und Wurst an der Theke. Die Alimentari ist meist die Rettung, wenn man abseits der Touristenpfade unterwegs ist und der nächste Supermarkt weit weg liegt. Die neuesten Nachrichten aus der Nachbarschaft gibt es inklusive.

Drogheria – nicht ganz die deutsche Drogerie
Vorsicht, Stolperfalle: Die italienische Drogheria ist historisch eher ein Laden für Gewürze, Reinigungsmittel und Haushaltswaren – klassische Kosmetik- und Pflegeprodukte findet man eher in der Profumeria.
Profumeria – die Parfümerie
Hier gibt es, was in der Drogheria fehlt: Parfüm, Kosmetik und Körperpflegeprodukte. Anders als beim deutschen Drogeriemarkt führen viele Profumerie neben internationalen Marken auch kleine, regionale Parfümhäuser und Seifenmanufakturen.
Tabaccheria – der Tabakladen mit Multifunktion
Die Tabaccheria, erkennbar am weißen „T“ auf dunkelblauem Grund, ist eine italienische Institution. Hier gibt es nicht nur Zigaretten, sondern auch Busfahrkarten, Parktickets, Briefmarken und Lottoscheine. Wer im Urlaub den öffentlichen Nahverkehr oder den Parkplatz nutzen will, kommt an der Tabaccheria nicht vorbei.
Pastificio – die Nudelmanufaktur
Im Pastificio wird frische Pasta direkt vor Ort hergestellt – Tagliatelle, Ravioli oder Gnocchi, oft noch am selben Tag verkauft. In vielen Orten ist der Pastificio auch eine günstige Möglichkeit, sich für den Abend mit einem hausgemachten Nudelgericht einzudecken.
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Cartoleria – der Schreibwarenladen
Praktisch für alles rund um Papier: Postkarten, Geschenkpapier, Schulmaterial – und in kleineren Orten oft auch die Anlaufstelle für Fotokopien oder einen schnellen Ausdruck.
Erboristeria – der Kräuterladen
Ein Laden für Tees, Naturkosmetik und pflanzliche Nahrungsergänzung. Die Erboristeria hat in Italien eine lange Tradition und ist bis heute stärker im Alltag verankert als vergleichbare Läden im deutschsprachigen Raum.
Gastronomia – Feinkostladen
Ein Feinkostgeschäft mit Rettungsanker-Funktion: Neben fertigen Gerichten zum Mitnehmen — Antipasti, Lasagne, gebratenes Gemüse, meist noch warm — gibt’s hier auch erlesene Feinkost wie hochwertige Öle, Essige, Trüffelprodukte oder Delikatessen aus der Region.