Mehr als 20 Millionen Tagesgäste fallen pro Jahr in Venedig ein. Ein paar schnelle Fotos, Proviant im Stehen, dann wieder weg. Der Abfall bleibt. Zuviel für Bella Venezia. Ab Januar 2023 braucht man eine Eintrittskarte für Venedig…
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Wer ab dem 16. Januar 2023 Venedigs Inseln besuchen möchte, braucht eine (online bestellbare) Eintrittskarte. Die Nachfrage bestimmt den Tagespreis: Die Gebühr liegt zwischen drei und zehn Euro pro Person – abhängig davon, wie viele Reservierungen es an dem Tag schon gibt.





So funktioniert das Online-System
Bis Januar will Venedig das System testen und die Gäste darauf vorbereiten. Wer künftig online bucht, spart Geld. Ab September erhöhen sich zum Beispiel die Preise für Wasserbusse, die Vaporetti und Museen – außer man bucht vorab online. Die Stadt bleibe offen, aber die Auslastung solle verbessert werden, so die Verwaltung.
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Bereits jetzt überwacht Venedig via „Control Room“ die Bewegungen der Masse, durch die anonyme Auswertung von Handy-Daten, Überwachungskameras und Zählgeräten an Brücken. Mit der Eintrittskarte soll Venedig besser kontrolliert werden.
Auf nur noch 50.0000 Einheimische in der Altstadt von Venedig kamen vor der Pandemie etwa 22 Millionen Tagesgästen pro Jahr, außerdem noch 6 Millionen Übernachtungsgäste. 560 Gäste pro Anwohner bzw. Anwohnerin! Doppelt schwierig ist, dass die Tagesgäste in der Regel kaum Geld da lassen, dafür aber ihren Müll.
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Optimal: minus 30 Prozent Gäste
Eine Studie der „Università Ca‘ Foscari“ zeigt, dass Venedig mit deutlich weniger Gästen mehr Geld einnehmen könnte – wenn es die „richtigen“ Gästen sind: Optimal wären 19 statt bisher 28 Millionen Touristinnen und Touristen pro Jahr. Der Anteil der Tagesgäste müsste dabei auf unter ein Drittel sinken. Aktuell machen die etwa 75 Prozent des Besucherstroms aus.

Pro Tag ziehen drei Einheimische aus Venedig weg. Immer mehr Wohnraum wird für Hotels oder Ferienwohnungen genutzt, Mieten werden unbezahlbar für Normalverdienende. Statt Supermärkten gibt es Souvenirshops. Mit der Eintrittskarte für Venedig soll das Verhältnis zwischen Einwohnern und Gästen wieder etwas normalisiert werden.
Ausgenommen von dieser Regelungen sind Urlauberinnen und Urlauber, die in Venedig übernachten. Außerdem: Einheimische, deren Verwandte, Berufspendler, Studierende und kleine Kinder.
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Wer ohne Ticket erwischt wird, dem droht ein Bußgeld zwischen 50 und 300 Euro.
Ursprünglich hatte die Kommunalverwaltung schon 2019 ein Eintrittskarte für Venedig ins Auge gefasst. Die Parkhaus-Betreiber wehrten sich damals. Dann kam Corona. Jetzt ist der Tourismus wieder da. Der Stadtrat muss den Maßnahmen der Verwaltung noch zustimmen.
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geschrieben von Annie Kayser, zuerst veröffentlicht am 5. Juli 2022
Quellen: eigene Recherche; spiegel.de/Claus Hecking: Überfüllte Lagunenstadt – Venedig will Eintrittsgeld von Touristen verlangen; ZDF heute.de: Tagestouristen müssen zahlen: Venedig verlangt ab 2023 Eintrittsgeld







