Unberührtes Italien: Diese Inseln sind noch echte Geheimtipps

Die Insel Ponza. Foto: stock.adobe.com/Matteo Ciani

Wer Italien-Urlaub sagt, denkt sofort an Capri, Sardinien oder Sizilien – doch das Mittelmeer hält weit abseits der bekannten Pfade noch andere Schätze bereit.

Capri, Sardinien, Ischia, Sizilien, Elba– Italiens Inselwelt hat Weltstars zu bieten, die im Hochsommer entsprechend voll sind. Daneben gibt es im Mittelmeer und in der Adria eine ganze Reihe kleinerer, leiserer Inseln, die noch kaum jemand auf dem Schirm hat: ohne Kreuzfahrtschiffe vor der Küste, ohne Selfie-Schlangen vor den Sehenswürdigkeiten, dafür mit kristallklarem Wasser, Dorfleben und dem Gefühl, die Zeit sei irgendwo stehengeblieben.

1. Favignana – Siziliens entspanntes Inselparadies

italienische Inseln
Insel-Schönheit Favignana: von Massentourismus nichts zu sehen.
Foto: stock.adobe.com/Carlo

Nur eine kurze Fährfahrt von Trapani entfernt liegt Favignana, die größte der Ägadischen Inseln – und trotzdem ist sie erstaunlich unbekannt. Lagunen in allen Blautönen, zerklüftete Klippen, weiche Sandstrände: Die Insel hat alles, was ein Mittelmeer-Urlaub verspricht, aber kaum den Rummel, den man anderswo fürchten muss. Wer möchte, leiht sich ein Fahrrad und umrundet die Insel in wenigen Stunden. Wer tauchen will, findet vor der Küste eine der schönsten Unterwasserwelten Siziliens. Und wer einfach sitzen und Granita trinken möchte, findet in den kleinen Bars des Hafenstädtchens den perfekten Platz dafür. Hier ticken die Uhren noch langsamer – und das ist genau der Punkt.

2. Pantelleria – Italiens geheimste Insel

Panoramablick auf eine grüne Küstenlandschaft mit Terrassenfeldern und dem tiefblauen Meer im Hintergrund.

Pantelleria liegt geografisch näher an Tunesien als an Sizilien – und fühlt sich auch so an: fremd, eigenwillig, faszinierend. Die Vulkaninsel hat keine weißen Sandstrände, dafür natürliche Thermalbecken in Lavafelsen, terrassenförmig angelegte Weinberge und die sogenannten Dammusi – jahrhundertealte Rundhäuser aus schwarzem Lavagestein, die heute als Ferienwohnungen vermietet werden. Wer hier Urlaub macht, taucht in eine andere Welt ein: archaisch, still, unverfälscht. Kein Massentourismus, keine Strandbars, keine Souvenirläden in Reih und Glied. Dafür Capers, die direkt von der Pflanze gepflückt werden, und Sunsets, die man so schnell nicht vergisst.

3. Ponza – Capri ohne den Trubel

Bunte Häuser, die sich den Hang hinunterschmiegen, ein lebhafter kleiner Hafen, türkisfarbene Grotten und Steilklippen, die senkrecht ins Meer fallen – wer Ponza zum ersten Mal sieht, denkt unwillkürlich an Capri. Der entscheidende Unterschied: Ponza, vor der Küste Latiums gelegen, hat nicht annähernd so viele Besucher. Tagsüber ankern zwar Segelboote in den Buchten, aber abends gehört die Insel wieder sich selbst. Besonders Taucher lieben Ponza für seine Unterwasserhöhlen und den klaren Blick bis auf den Meeresgrund. Wer Capri kennt und sich gefragt hat, wie es sich dort ohne die Touristenmassen anfühlen würde – Ponza gibt die Antwort.

4. Tremiti-Inseln – Das Italien der Achtziger

Die Tremiti-Inseln vor der apulischen Gargano-Küste sind ein kleines Wunder: kaum Autos, kaum Lärm, dafür Steilküsten, die in das klarste Adriawasser fallen, und Meeresgrotten, die man nur per Boot erreicht. Die Inselgruppe besteht aus gerade einmal fünf Inseln, von denen drei bewohnt sind – und das sehr beschaulich. Wer hier ankommt, hat das Gefühl, in eine längst vergangene Urlaubswelt zurückzureisen: keine großen Hotels, keine Touristenströme, dafür kleine Trattorien, in denen der Patron noch selbst kocht. Ein echter Gegenentwurf zur modernen Massentouristik – und trotzdem nur eine Fährfahrt von Apuliens Küste entfernt.

5. Filicudi – Die stille Schwester der Äolischen Inseln

Die Insel-Schönheit namens Filicudia
Die Insel-Schönheit namens Filicudi
Foto: stock.adobe.com/Eugenia Struk

Während Stromboli wegen seines aktiven Vulkans Touristenmagneten spielt und Salina schon längst entdeckt ist, führt Filicudi noch ein weitgehend unbeachtetes Dasein – und das, obwohl die kleine Vulkaninsel zu den Äolischen Inseln gehört, einer der schönsten Inselgruppen des Mittelmeers überhaupt. Rund 300 Menschen leben hier, Autos gibt es kaum, Internet ist sporadisch. Wer Filicudi besucht, muss sich auf Stille einlassen – und wird dafür belohnt: mit fast menschenleeren Buchten, Wanderwegen mit Panoramablick über das Tyrrhenische Meer und einem Inselleben, das sich in Jahrzehnten kaum verändert hat.

    6. Salina – Grüne Oase unter den Äolischen Inseln

    Salina fällt schon von weitem auf: Anders als die kargen Schwesterinseln Lipari oder Vulcano ist sie üppig bewachsen, saftig grün, mit Weinbergen, Kapernfeldern und kleinen Wäldern. Wer den Film Der Postmann kennt, kennt auch Salina – hier wurde er gedreht, und die Inselhügellandschaft hat sich seitdem kaum verändert. Das Dorfleben in Santa Marina oder Malfa ist authentisch und entspannt, der Malvasia-Wein exzellent, die Strände ruhig. Salina ist der ideale Ort für alle, die die Äolischen Inseln erleben wollen – aber ohne die Party-Atmosphäre, die auf manchen Nachbarinseln im Sommer herrscht.

    7. Giglio & Giannutri – Toskanische Geheimperlen

    Wer seinen Urlaub an der toskanischen Küste oder auf Elba verbringt, sollte einen Tagesausflug auf die kleinen Nachbarinseln Giglio und Giannutri einplanen. Giglio ist die größere der beiden: ein Inselchen mit einem hübschen mittelalterlichen Dörfchen hoch oben auf dem Hügel, mit Weinbergen, die direkt ans Meer grenzen, und mit Stränden, die im Vergleich zu Elba noch angenehm überschaubar sind. Giannutri ist noch kleiner und fast vollständig Naturschutzgebiet – ideal für Schnorchler und alle, die einfach ein paar Stunden lang so tun wollen, als gehöre das Meer nur ihnen.

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