Der Stiefelabsatz Italiens hat alles: zerklüftete Küsten, weiß getünchte Gassen, türkisfarbenes Wasser und eine Gelassenheit, die sich sofort überträgt.
Fünf Orte, die man in Apulien gesehen haben muss -nicht alle ein Geheimtipp, aber alle extremst sehenswert.
1. Polignano a Mare – Dramatik am Abgrund
Wenige Orte in Italien setzen ihr Panorama so in Szene wie Polignano a Mare. Die Altstadt thront auf Kalksteinfelsen direkt über dem Adriatischen Meer – die Terrassen der Bars und Restaurants hängen wortwörtlich über den Wellen. Enge Gassen führen zwischen weißen Häusern hindurch, immer wieder öffnen sich unerwartete Ausblicke auf das tiefblaue Wasser darunter.
Wer tauchen oder schwimmen möchte, findet an der Steilküste versteckte Grotten und kleine Buchten Die kleine Hauptbucht ist im Sommer sehr voll. Gerade in der Hauptsaison ist Polignano ein beliebtes Ziel, also am besten früh morgens oder abends losziehen.
2. Gallipoli – Das andere Ende der Welt
Gallipoli liegt an der Westküste Apuliens, am Ionischen Meer. Wer den Namen kennt, denkt vielleicht zunächst an die Türkei. Doch das Gallipoli in Apulien hat eine eigene Geschichte – und eine Altstadt-Insel, die über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist.
Die Gassen der Inselstadt sind labyrinthisch, barocke Kirchen zwischen den Häusern, abends flaniert man am Lungomare entlang, vorbei an Fischerbooten und kleinen Trattorien, in denen die Pasta mit Oktopus auf den Tisch kommt. Die Strände rund um Gallipoli – La Purità, Baia Verde, Rivabella – zählen zu den schönsten des gesamten Südens.
3. Alberobello – Ein Dorf wie aus einem Märchenbuch
Zugegeben: Alberobello ist touristisch. Und trotzdem – oder gerade deshalb – lohnt sich der Besuch. Nirgendwo sonst sieht man so viele Trulli: die kegelförmigen Steinhütten mit ihren spitzen Dächern, deren Ursprung bis ins Mittelalter zurückreicht und die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.
Der Rione Monti-Hügel mit seinen rund 1.000 Trulli ist eines der bekanntesten Motive Apuliens. Im Inneren der kleinen Steinhäuser ist es auch im Hochsommer angenehm kühl. Viele Trulli kann man heute als Unterkunft buchen.
4. Martina Franca – Barock, Musik und Weißwein
Martina Franca ist das elegante Stiefkind unter den apulischen Reisezielen. Wer es kennt, schwärmt; wer es nicht kennt, fährt an ihm vorbei. Ein Fehler. Die Altstadt ist ein barockes Kleinod: prächtige Fassaden, Balkone mit schmiedeeisernen Gittern, Piazze, auf denen die Zeit etwas langsamer läuft.
Kulinarisch steht Martina Franca für den Capocollo, eine luftgetrocknete Wurst aus der Region, und für den Locorotondo DOC, einen frischen Weißwein, den man am besten auf einer der schattigen Piazze trinkt. Martina Franca eignet sich auf Grund seiner Lage hervorragend als Basis für den Apulientrip.
5. Porto Cesareo – Das ionische Meer in Reinform
Wer in Apulien an den Strand möchte – und das sollte man unbedingt – der sollte sich Porto Cesareo anschauen. Der kleine Ort an der südlichen Küste Apuliens liegt in einem Meeresschutzgebiets: Das Wasser ist außergewöhnlich sauber, flach und in einem Blaugrün, das man sonst aus der Karibik kennt.
Die Sandstrände südlich des Ortes – Punta Prosciutto, Torre Lapillo, Lido Conchiglie – sind breit, fein und im Frühsommer oder September fast menschenleer. Im Hochsommer ist es auch hier voller, aber dafür stimmt die Infrastruktur: kleine Bars am Strand, frische Meeresfrüchte in den Trattorien, Boote, die zu den vorgelagerten Inseln fahren. Porto Cesareo ist kein Ort für große Sehenswürdigkeiten – es ist ein Ort, um Baden zu gehen.
Apuliens Strände unterm Hammer



























