Amber Fort in Jaipur Foto: Mayur Sable on Pexels.com
Jedes Jahr reisen 20 Millionen Menschen nach Indien – und fast alle machen an denselben Orten Halt. Das hat Gründe. 10 der beliebtesten Ziele im Land.
Indien hat 28 Bundesstaaten, über 20 anerkannte Sprachen und eine Geschichte, die etwa 10.000 Jahre zurückreicht. Was die folgenden zehn Orte gemeinsam haben: Jeder steht für etwas, das über sich selbst hinausweist – eine Dynastie, ein Glaube, eine Architektur, eine Lebensweise.
1. Taj Mahal, Agra

Shah Jahan ließ das Mausoleum im 17. Jahrhundert für seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal bauen. 22 Jahre Bauzeit, 20.000 Handwerker, weißer Marmor aus Rajasthan. Jedes Detail folgt einem präzisen Entwurf. UNESCO-Weltkulturerbe seit 1983.
2. Fort Amber, Jaipur

Ab dem 16. Jahrhundert Residenz der Rajput-Herrscher, auf einem Hügelkamm über Jaipur. Verspiegelte Säle, weitläufige Höfe, massive Außenmauern – die Anlage zeigt, wie Rajputische und Mogularchitektur sich gegenseitig beeinflusst haben.
3. Goldener Tempel, Amritsar

Der Harmandir Sahib ist das zentrale Heiligtum des Sikhismus. 750 Kilogramm Blattgold an den Außenwänden, inmitten eines heiligen Sees gelegen. Täglich werden hier bis zu 100.000 Menschen kostenlos gespeist – der Langar, offen für alle, ohne Ansehen von Herkunft oder Religion. Kein Randdetail, sondern Kernprinzip des Sikhismus.
4. Qutub Minar, Delhi

72,5 Meter, erbaut im frühen 13. Jahrhundert – der höchste erhaltene Backsteinturm der Welt. Die Kalligrafien und geometrischen Muster sind bis heute gut erhalten. Teil eines archäologischen Komplexes, der die Geschichte Delhis über mehrere Dynastien hinweg dokumentiert.
5. Gateway of India, Mumbai

1924 als Empfangsbauwerk für offizielle britische Besuche fertiggestellt. Seit 1947 ist Indien unabhängig. Heute einer der belebtesten Plätze Mumbais.
6. Rotes Fort, Delhi

Von 1648 bis 1857 Residenz der Mogulkaiser, aus rotem Sandstein erbaut. Seit der Unabhängigkeit hisst der Premierminister hier jeden 15. August die Nationalflagge. UNESCO-Weltkulturerbe.
7. Ghats, Varanasi

Varanasi ist die älteste kontinuierlich bewohnten Städte der Welt. Die Ghats am Ganges sind Schauplatz täglicher Rituale – Waschungen, Gebete, Bestattungen. Der Tod findet hier öffentlich statt, als Teil des Alltags.
8. Hawa Mahal, Jaipur

1799 erbaut. Die Fassade mit 953 Fenstern hatte einen konkreten Zweck: Frauen des Königshofs konnten durch die Gitter das Stadtleben beobachten, ohne selbst sichtbar zu sein.
9. Ajanta & Ellora Höhlen, Maharashtra

Über 60 Höhlentempel insgesamt, entstanden zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 8. Jahrhundert n. Chr. – buddhistische, hinduistische und jainistische, oft nebeneinander. Jahrhundertelang im Dschungel vergessen, dann wiederentdeckt. Beide Komplexe UNESCO-Weltkulturerbe.
10. Kerala Backwaters

Um die 1500 Kilometer Kanäle, Seen und Lagunen im Südwesten Indiens. Die traditionellen Hausboote – Kettuvallam – waren ursprünglich Transportmittel für Reis und Gewürze. Kerala hat eine eigene Sprache und eine eigene Geschichte.