Der Wahnsinn hat einen Namen: Valentino Rossi (43). MotoGP-Legende, neunfacher Weltmeister, Millionen Fans weltweit. Die Stadt Pesaro hat ihm zu Ehren den größten Motorradhelm der Welt bauen lassen. Zur Einweihung kommt VR46 auf dem Zweirad…
Das Phänomen Valentino Rossi. Hunderte Menschen stehen stundenlang in der prallen Sonne auf dem Piazzale Gabriele D’Annunzio, nur um einen Blick auf ihr Idol zu erhaschen. Der ist Ende 2021 in den MotoGP-Ruhestand gegangen. Der Fan-Liebe hat das nicht geschadet.
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Fotos: Kayser/LA BELLA VITA club
Die Bedingungen sind brutal: 38 Grad, Luftfeuchtigkeit 70 Prozent. Der Moderator gibt sein Bestes, um die Masse wach zu halten. Sein Hemd ist vorne und hinten nass. Die Stimmung ist gut, aber alle warten nur auf den Einen.
Valentino Rossi ist einer von ihnen. In der Provinz Pesaro und Urbino ist er groß geworden. Bis heute ist das Dörfchen Tavullia seine Heimat. Jährlich pilgern zehntausende Fans hierhin. In Pesaro und Urbino wollen die Jungs nicht Fußballer werden, sondern Zweirad-Helden.

>>> Mehr zu Rossis letztem Rennen in Italien und sein Heimatdorf Tavullia hier
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Schon vor der Einweihung am Montagabend (25. Juli 2022) sorgt das Denkmal für Rossi weltweit für Schlagzeilen. Medien weltweit berichten über die geplante Installation. Die Maße des XXL-Helms: 4×6 Meter. Titel: „Un Casco da Leggenda“.

Alle großen italienischen Fernsehsender sind da, RAI Uno, Sky, mehr als 30 Journalisten. Ein Valentino Rossi lockt alle.
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„Vale, Vale, Vale“ – die Rufe in der Menge werden immer lauter. Bürgermeister Matteo Ricci hält seine Laudatio, der „Doctor“ (der Spitzname von Valentino Rossi) schaut sich seinen Helm an, goldene Konfetti-Kanonen spritzen in den schwülen Abendhimmel.

Dann kommt das Bad in der Menge. Da ist Valentino Rossi von allen Profi-Sportlern die Nummer 1. Keine Berührungsängste, keine Bodyguards. Ein großer breiter Mann vom Ordnungspersonal springt spontan als Weg-frei-Räumer ein.
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Die Hitze, die nass geschwitzten T-Shirts sind egal. Jeder Fan will mindestens ein Autogramm, am besten auch noch ein Foto. Erwachsene Männer über 50 halten ihren Motorradhelm zum Signieren hin. Ein kleiner Junge ist emotional so überwältigt, dass er zu weinen anfängt.

Geschrei, Geschubste, auf einmal kommt ein Riesenkerl von hinten, versucht alle beiseite zu schieben. Kleine Tumulte, aber ein Valentino Rossi bleibt cool, egal wie anstrengend das sein muss. Ein breites Lächeln, auch ihm läuft der Schweiß die Stirn runter. Immer wieder Selfies.

Nach 43 Minuten ist der Ausnahmezustand dabei. Valentino Rossi steigt mit seiner Frau Francesca Sofia Novela (28) auf sein Zweirad (eine Yamaha TMAX) und fährt nach Hause.
Eine MotoGP-Legende braucht keinen Chauffeur…
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