Die „Malediven des Salento”: Alles über Apuliens Traumstrände

Der Endlos-Strand von Pescoluse Foto: stock.adobe.com/Alexandre ROSA

Von unserer Redaktion

Wer „Malediven” hört, denkt spontan an Indischen Ozean, weißen Sand und kristallklares Wasser – an Süditalien vermutlich die wenigsten.

Dabei wird ein Küstenstück an Apulien die „Malediven des Salento“ genannt. Rein optisch gibt es keinen Unterschied zum Original, knapp 7.000 km entfernt, auf den ersten Blick. Was heute eine der begehrtesten Strandregionen Italien ist, war bis vor einigen Jahrzehnten noch beliebter Treffpunkt für Zigaretten- und Kaffeeschmuggler. Hier die 10 wichtigsten Fragen:

1. Was sind die „Malediven von Apulien” – und wo liegen sie genau?

Beach CLub im Salento
Ein ziemlich teurer Beach Club im Salento  
Foto: stock.adobe.com/Balate Dorin

Der Name bezeichnet einen rund 8 Kilometer langen Küstenabschnitt an der Ionischen Seite des Salento, zwischen Torre Pali und Torre Vado, mit dem Zentrum in Marina di Pescoluse. Die Strände sind berühmt für ihren feinen, hellen Sand und das flache, schillernd blaue Wasser. Karibik-Feeling auf Italienisch.

2. Seit wann heißt das so – und wer hat sich den Namen ausgedacht?

Der Begriff „Malediven del Salento“ entstand in den 1990er-Jahren – nicht etwa durch Historiker, sondern durch lokale Tourismusunternehmer, die den Vergleich mit der Ferne clever für sich nutzten. Inzwischen steht er auch auf Ortsschildern, Souvenirs und in Hotelnamen.

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3. Was macht die Strände dort so besonders?

Es ist die Mischung: feiner Sand, klares Wasser mit seichtem Einstieg, kaum Steine, viel Platz – und bei gutem Licht ein Farbspiel, das tatsächlich an tropische Strände erinnert. Dazu eine geschwungene Dünenlandschaft mit wildem Strandgras und – meist – eine Brise Wind.

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4. Wie voll ist es wirklich – und wann ist die beste Reisezeit?

In der Hauptsaison (Juli bis Mitte September) wird es sehr voll, vor allem mit italienischen Urlauber, aber in den vergangenen Jahren auch mehr und mehr Ausländern. Wer es ruhiger mag, reist im Juni oder September: Dann ist das Wasser schon bzw. noch warm, die Preise deutlich moderater und man findet auch problemlos Platz fürs Handtuch.

5. Was kostet ein Urlaub dort?

Ein einfaches Hotel oder B&B kostet knapp 100 Euro/Nacht, luxuriöse Unterkünfte können bei 600 Euro und mehr liegen. Sonnenliegen kosten in Strandbädern ca. 30 Euro/Tag für zwei Liegen mit Schirm, abhängig von der Ausstattung des Lidos aber auch 100 Euro und mehr. Im mondänen  Le Cinque Vele Beach Club in Pescoluse bezahlt man in der Hauptsaison 510 Euro für zwei Liegen in der ersten Reihe, für den exklusiven Bereich mit sehr viel Platz 1.140 Euro. Außerhalb der Hauptsaison kostet der Spaß für 2 nur 50 Euro.

6. Gibt es auch ruhigere Ecken abseits der Massen?

Ja. Besonders die Abschnitte zwischen Torre Pali und Lido Marini sind oft weniger frequentiert. Auch einige freie Strandabschnitte zwischen den stabilimenti, Strandbädern, lassen sich gut nutzen. Tipp: Morgens oder zum Sonnenuntergang kommen, dann ist es magisch ruhig.

7. Wie komme ich am besten hin – und brauche ich ein Auto?

Die nächsten Flughäfen sind Brindisi (120 km) und Bari (200 km). Von dort aus geht’s mit dem Mietwagen weiter. Öffentliche Verbindungen gibt es, sind aber selten komfortabel oder pünktlich. Ohne Auto geht wenig.

Salento in Apulien - die Malediven Italiens: Strandurlaub
Torre Vado: Der Turm wurde im 16. Jahrhundert gegen Piraten gebaut
Foto: stock.adobe.com/Alexandra

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8. Ist es familienfreundlich – oder eher was für Influencer?

Beides. Die flachen Strände sind ideal für Kinder, das Wasser ist meist ruhig. Aber: Instagrammer:innen lieben die „Malediven“ genauso, es gibt Strandbars, Drohnen und Selfie-Spots. Wer beides mag, wird glücklich.

9. Welche Orte gehören dazu – und was kann man drumherum erleben?

Die wichtigsten Orte: Pescoluse, Torre Vado, Lido Marini, Torre Pali. Rundherum warten Leuca mit seinen Grotten, die Barockstadt Lecce (1h entfernt), lokale Weingüter, Olivenhaine und uralte Trockenmauern. Auch Bootsausflüge zu den Grotten von Leuca lohnen sich.

10. Gab es hier wirklich mal Piraten oder Schmuggler?

Ja, tatsächlich. Der alte Küstenturm von Torre Vado stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde gebaut, um vor Überfällen durch osmanische Piraten zu warnen. Im 20. Jahrhundert war die Region ein Zentrum für Zigaretten- und Kaffeeschmuggel über das Meer – mit Verbindungen bis nach Albanien und Griechenland.

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