Italiens Milliardärinnen treten viel dezenter auf Symbolfoto: stock.adobe.com//standret
Während Silvio Berlusconi (†86) früher aus seinen Milliarden kein Geheimnis machte, verhalten sich die reichsten Frauen Italiens wesentlich dezenter. Die Mode spielt in diesem Reichen-Ranking eine große Rolle – vermutlich anders als man denkt.
Von dem Reichtum der Damen – Gemälde- oder Autosammlungen –sieht man öffentlich so gut wie nichts. Italiens Milliardärinnen sind sehr diskret und fotoscheu. Wir haben jeden Namen gegoogelt: Herausgekommen ist wenig.
Platz 1 mit 7,6 Milliarden US-Dollar

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Die reichste Frau Italien ist zugleich eine der Scheusten. In Italiens High Society ist sie quasi unsichtbar. Zusammen mit ihrer Familie lebt Massimiliana Landini Aleotti (82) ganz abseits von Scheinwerfer und Blitzlicht-Gewitter.
Nach dem Tod ihres Mannes Alberto Aleotti (†91) 2014 erbt sie zusammen mit ihren Kindern seinen Pharmakonzern Menarini. Der Pharmariese hat seinen Sitz in Florenz in der Toskana. Ihre Tochter Lucia ist heute Vorsitzende des Konzerns, ihr Sohn Alberto Giovanni ist stellvertretender Vorsitzender. Alberto Aleotti hatte 1964 bei Menarini angefangen und das Unternehmen in den frühen 1990er Jahren gekauft.
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Platz 2 mit 6,4 Milliarden US-Dollar

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Miuccia Prada (75, gebürtig Maria Bianchi) ist eine der italienischen Selfmade-Milliardärinnen im Ranking.
Sie studiert zunächst Politikwissenschaft an der Universität Mailand, wo sie anschließend promoviert. Daneben absolviert sie eine Schauspiel- und Pantomimenausbildung bei Giorgio Strehler am Mailänder Piccolo Teatro. Während der 1970er Jahre engagiert sie sich in der Kommunistischen Partei Italiens und in der Frauenrechtsbewegung.
Übernahme des Familiengeschäfts
Als 28-Jährige übernimmt Prada das Familiengeschäft zur Herstellung von Luxuslederwaren in Mailand. Sie macht aus dem Familienunternehmen ein weltweit bekanntes Modelabel. Miuccia Prada beschließt diverse Neuerungen, u. a. die Produktion von Kleidung. Der internationale Durchbruch kommt mit einer Kollektion schwarzer Taschen aus feinem Nylon (einem selbst entworfenem, patentierten Stoff).
Geschichte des Konzerns
Das Unternehmen wird 1913 von ihrem Großvater Mario Prada gegründet, dann von ihrer Mutter Luisia, weitergeführt. Die Mutter heiratet in den 1940er Jahren Luigi ‚Gino‘ Bianchi. Das Paar hat drei Kinder: Alberto, Marina und Maria (Miuccia). Miuccia Bianchi nimmt in den 1980er Jahren den Nachnamen ihres Großvaters (bzw. den Geburtsnamen ihrer Mutter) an.
Das Unternehmen Prada gehört mehrheitlich ihr und ihren Geschwistern Alberto und Marina sowie ihrem Mann Patrizio Bertelli. Sie ist kreativer Kopf des Unternehmens, entwickelt unter anderem die nach ihrem Spitznamen benannte Zweitlinie Miu Miu.
Miuccia Prada ist heute auch eine weltweit anerkannte Kunst-Sammlerin und -Expertin.
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Platz 3 mit je 4,7 Milliarden US-Dollar: Nicoletta Zampilo, Marisa Del Vecchio & Paola Del Vecchio

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Drei Frauen, ein Imperium – und eine der wertvollsten Marken der Welt auf ihrer Visitenkarte: Ray-Ban. Die Zampillo-Del-Vecchio-Dynastie steht hinter Luxottica, dem weltgrößten Brillenhersteller. Kaum ein Designerlabel – von Chanel bis Prada –, das nicht die Gläser über Luxottica fertigen lässt.
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Vermögende Witwe
Nicoletta Zampillo ist die Ehefrau von Leonardo Del Vecchio (†), dem legendären Gründer von Luxottica. Nach seinem Tod im Juni 2022 erbte sie zusammen mit seinen sechs Kindern das riesige Brillen-Imperium, das heute Teil der börsennotierten Holding EssilorLuxottica ist. Der Konzern vereint Kultmarken wie Oakley, Persol, Vogue Eyewear und Ray-Ban mit Optik-Ketten wie Sunglass Hut und Brillengalerien rund um den Globus.
Zwei Töchter erben auch
Marisa und Paola Del Vecchio, zwei der Kinder aus der ersten Ehe Leonardos, gelten ebenfalls als Miterbinnen – und gehören gemeinsam mit Nicoletta Zampillo zu den wohl diskretesten Milliardärinnen Europas. Öffentlich treten sie kaum auf. Umso sichtbarer sind die Produkte ihrer Firma: Von Hollywood-Filmen bis Flughafenshops tragen Millionen Menschen täglich ihre Designs auf der Nase – ohne es zu wissen.
Platz 4 mit 3,7 Milliarden Dollar

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Absolut öffentlichkeitsscheu. Die viertreichste Frau Italiens Alessandra Garavoglia (64) ist Verwaltungsratsmitglied der Campari-Gruppe, einem der weltweit größten Unternehmen für alkoholische Getränke. Zu den Marken des Konzertns gehören Skyy Vodka, Wild Turkey, Aperol und Campari.
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Garavoglia hält schätzungsweise 24 Prozent an dem Konzern, der 2001 an der Mailänder Börse notiert wird. Ihren Anteil erbe sie von ihren Eltern. Ihr verstorbener Vater, Domenico, war ein langjähriger Mitarbeiter, bevor der letzte verbliebene Erbe der Campari-Familie das Unternehmen an ihn weitergab. Ihr Bruder Luca Garavoglia (53) ist Präsident der Campari-Unternehmensgruppe.
Platz 5 mit 3,4 Milliarden

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Die Frau, die mit Stricknadeln zu Milliarden kommt. Als der Vater früh stirbt, müssen Giuliana (85) und ihr Bruder Luciano (87) zum Familienunterhalt beitragen. Sie strickt Pullover für einen örtliche Bekleidungsfirma, er verkauft Hemden in Textillagern.
Ab 1955 beginnen die Geschwister, die farbenfrohen selbst gestrickten Pullover von Giuliana auch selbst über örtliche Geschäfte zu verkaufen. Sie kaufen gebrauchte Strickmaschinen um die Produktion zu steigern, Bruder Carlo (†74) ist für die Wartung zuständig. Zusammen mit ihrem vierten Bruder Gilberto (†77) gründen sie 1965 gemeinsam ein Unternehmen zur Herstellung von Strickwaren.
Imperium: von Immobilien bis Landwirtschaft
Die Holdinggesellschaft der Familie, Edizione ist heute ein Imperium. Sie ist auch in den Bereichen Immobilien und Landwirtschaft tätig, kontrolliert den Textilkonzern Benetton, 18 Prozent des deutschen Baukonzerns Hochtief und über die börsenkotierte Infrastrukturgesellschaft Atlantia diverse Flughafenbetreiber (Rom, Nizza, Cannes), Autobahn-Raststätten und Autobahngesellschaften.
Giuliana Benetton ist verheiratet und hat vier Kinder.
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