Mit dem Auto nach Italien – das klingt nach Freiheit, Spontaneität und vollgepacktem Kofferraum. Kein Check-in-Stress, keine Gepäcklimits, dafür volle Kontrolle über Route, Tempo und Pausen. Allerdings lauern zwischen Brenner und Bologna einige Tücken.
Dabei kommt die erste Belohnung meist schon kurz nach der Grenze – in Form dem ersten echten Espresso und eines Paninis mit Prosciutto, das jeden Sandwich von der deutschen Raststätte noch nachträglich wie alte Socken schmecken lässt.
Hier sind die zehn wichtigsten Tipps, damit der Italien-Roadtrip entspannt beginnt – und ebenso endet:
- Maut auf der Autobahn
- Tempolimits auf allen Straßen
- Parken: Das bedeuten die Farben der Linien
- Altstadt-Zonen: Durchfahrt verboten (ZTL)
- Wann Knöllchen aus Italien verjähren
- Tanken in Italien
- Italienisch fürs Auto
- Stadtverkehr? Nur für Nervenstarke – und Ortskundige
- Parken mit System
- Rettungsgasse? Nicht wirklich.
- Bonus im Gepäck.
1. Die Maut – und was ist, wenn man die falsche Spur nimmt
Italien ist ein Land der Autostrade, aber nicht der kostenlosen. Fast alle Autobahnen sind mautpflichtig. Wenn man einmal von Nord nach Süd nach Italien fährt, kostet das knapp 90 Euro an Maut. Pro Kilometer muss man mit ungefähr 7 Cent rechnen.

Gezahlt wird entweder klassisch mit Ticket (Ein- und Ausfahrt) oder an automatisierten Zahlstellen. Praktisch: die Telepass-Box oder eine Maut-App (UnipolMove, MooneyGo), die Staus an den Schranken erspart. Wer’s klassisch mag, sollte zumindest ausreichend Kleingeld oder eine Kreditkarte griffbereit haben – und nicht erst an der Schranke mit dem Kramen anfangen.
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An einigen Mautstellen kann es passieren, dass man versehentlich in die falsche Spur fährt – etwa die „Telepass“-Spur, obwohl man keinen entsprechenden Vertrag hat. Oder dass der Automat die Kreditkarte nicht liest und kein Ticket gezogen wird. In solchen Fällen nie einfach weiterfahren! Am besten sofort an der „Assistenza“-Säule melden oder beim nächsten Stopp mit Quittung nachzahlen. Das Kennzeichen ist erfasst: Eine saftige Rechnung erfolgt in der Regel auf alle Fälle.
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2. Tempolimits? Kann teuer werden
In Italien gelten je nach Straßentyp unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzungen:
- Innerorts: 50 km/h
- Außerorts: 90 km/h
- Schnellstraße: 110 km/h
- Autobahn: 130 km/h (bei Regen: 110 km/h)
Wichtig: Auf vielen Strecken wird mit „Section Control“ gemessen – nicht an einer einzigen Stelle, sondern über längere Abschnitte hinweg. Wenn du von Mailand nach Bologna nur zwei Stunden gebraucht hast, dann warst du mit Bleifuß unterwegs und musst ordentlich zahlen, wenn du erwischt wirst (mehr dazu auch in Punkt 4).
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3. ZTL-Zonen: Wer hier falsch abbiegt, zahlt
„Zona a Traffico Limitato“ – das klingt charmant, ist aber tückisch (alle Infos hier). In fast allen Altstädten gibt es diese Zonen mit begrenztem Verkehr, meist nur für Anwohner, Lieferanten oder Taxis erlaubt. Wer sich hier mit deutschem Kennzeichen hinein schlängelt, bekommt oft Wochen später unangenehme Post – inklusive Bußgeldbescheid und Bearbeitungsgebühr. Und das kann richtig teuer werden.
4. Knöllchen aus Italien: ignorieren lohnt sich nicht
Bußgelder aus dem Ausland kommen oft mit Verspätung – auf Italien in der Regel erst nach Monaten, wenn die Sommer-Erholung schon lange weg ist. Trotzdem sind sie rechtskräftig und sollten bezahlt werden. Ein Knöllchen aus Italien muss innerhalb von 360 Tagen zugestellt werden, dann liegt die Verjährungsfrist fürs Zahlen liegt bei fünf Jahren. Ignorieren kann teuer werden, wenn Inkassounternehmen eingeschaltet werden.
5. Tanken: teuer, aber planbar
Italien gehört zu den Ländern mit höheren Spritpreisen – vor allem an der Autobahn. Wer sparen will, tankt abseits der Autostrada oder nutzt Apps wie Prezzi Benzina zur Preisübersicht. Übrigens: An Automaten-Tankstellen braucht man oft eine Kreditkarte mit PIN – oder Geduld. Bei fuelo.net kannst du dir die aktuellen Spritpreise anschauen.
6. Italienisch fürs Auto: ein paar Begriffe helfen
Um so weiter in den Süden du kommst, um so weniger sprechen die Menschen in der Regel Englisch – aber auch im Norden schadet es nicht, die elementaren Begriffe zu kennen: Wer sich mit den Begriffen „carburante“ (Treibstoff), „benzina“ (Benzin), „gommista“ (Reifenhändler) oder meccanico“ (Mechaniker) vertraut macht, ist im Fall der Fälle klar im Vorteil. Und wer „il triangolo“ sagen kann, findet sein Warndreieck notfalls schneller wieder.
7. Stadtverkehr? Nur für Nervenstarke – und Ortskundige
Autofahren in Städten wie Mailand, Rom oder Neapel ist nichts für zarte Gemüter. Wer sich in diese Innenstädte wagt, sollte nicht nur funktionierenden Blinker und Hupe, sondern auch starke Nerven und eine sehr gute Orientierung haben. Enge Gassen, hektischer Verkehr, ständiges Gehupe, Roller, die wie Libellen zwischen Autos hindurch schwirren und manchmal auch als Geisterfahrer – all das gehört hier zur urbanen Grundausstattung.
Dazu kommen ZTL-Zonen (siehe Punkt 3), unklare Parkregeln und spontane Einbahnstraßen, die auch das beste Navi an den Rand der Verzweiflung bringen. Wer Mailand besichtigen, durch Roms Altstadt schlendern oder in Neapel eine Pizza essen will, sollte das Auto lieber vor der Stadtgrenze parken und auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen. Damit tut man sich, den Einheimischen und dem eigenen Blutdruck einen Gefallen.
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8. Parken ohne Knöllchen
Wo und wie man in Italien parken darf, sieht man an den Linien auf dem Boden:
- Weiße Linien: kostenlos.
- Blaue Linien: kostenpflichtig.
- Gelbe Linien: tabu (nur erlaubt für Anwohner, Behinderte etc.).
Eigentlich einfach, aber die (manchmal ziemlich ausgebleichten) Linien sind auch leicht zu übersehen. Wer keinen Parkschein zieht oder die Zeiten ignoriert, zahlt schnell 30 bis 50 Euro Strafe. Praktisch: Viele Orte bieten mobile Bezahlung per App (z. B. EasyPark oder Telepass Pay). Um so touristischer die Stadt, um so höher die Wahrscheinlichkeit, dass engmaschig kontrolliert wird.
9. Rettungsgasse? Gibt’s nicht wirklich
Die deutsche Rettungsgasse kennt man in Italien kaum – im Zweifel also defensiv fahren und keine Wunder erwarten. Auf der Autobahn hilft meist nur: rechts ran, Warnblinker an, Ruhe bewahren.
10. Gelassenheit gehört ins Gepäck
Italienisches Autofahren ist lebhaft, oft emotional – aber nicht böswillig. Hupen bedeutet nicht Hass, sondern Kommunikation. Wer sich davon nicht aus der Ruhe bringen lässt, fährt entspannter. Und wer rechts überholt wird, atmet einfach durch – und freut sich auf die nächste Pause. Die Verköstigung von Autogrill & Co. ist besser als beim Durchschnittsitaliener daheim – und die Preise sind noch akzeptabel.