Nirgendwo in Italien liegen Beschleunigung und Stillstand so nah beieinander. Die Emilia-Romagna ist die Region der Extreme: Hier bauen sie die schnellsten Autos der Welt – und lassen den Essig jahrzehntelang im Dunkeln ruhen. Eine Bestandsaufnahme zwischen Maranello und Rimini.
Wer die Via Emilia entlangfährt, durchquert das wirtschaftliche Herz Italiens. Die alte Römerstraße zerschneidet die Ebene von Piacenza bis zur Adria wie ein Lineal. Links und rechts davon: Weltmarktführer, Landwirtschaft, Tourismus. Die Emilia-Romagna lebt nicht von Postkarten-Romantik, sondern von Exzellenz.
Motor Valley: PS als Religion

Die Zahlen sind eindeutig: Lamborghini, Ferrari, Maserati, Pagani, Ducati. Auf einem Streifen von wenigen Kilometern ballt sich die höchste Dichte an Supercar-Herstellern weltweit. Das „Motor Valley“ ist kein Marketing-Gag, es ist ein industrielles Kraftzentrum.
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In Maranello dominiert das springende Pferd das Stadtbild. Wer hier arbeitet, baut keine Autos, er baut Mythen. Die Museen der Hersteller sind Pilgerstätten für Technik-Fans, die Rennstrecken in Imola und Misano der Spielplatz für das Wochenende. Hier riecht es nach Benzin und verbranntem Gummi. Es ist laut, teuer und schnell. Die Region exportiert Geschwindigkeit in die ganze Welt – und ist stolz darauf.
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Food Valley: Der Reichtum liegt im Keller

Doch nur wenige Kilometer abseits der Teststrecken herrscht absolute Stille. Die Emilia-Romagna ist der Bauch Italiens. Parmaschinken, Parmigiano Reggiano, Aceto Balsamico Tradizionale di Modena. Diese Namen sind geschützt, die Auflagen streng.
Hier zählt nicht Tempo, sondern Geduld. Ein Laib Parmesan braucht mindestens 12 Monate, ein echter Balsamico aus Modena oft 12 oder 25 Jahre. In den dunklen Dachböden der Acetaien verdunstet der Traubenmost über Jahrzehnte in Holzfässern, bis er dickflüssig und schwarz wie Rohöl ist. Das ist Handwerk, keine Industrie. In Bologna, der Hauptstadt, kommt das auf den Teller: Tortellini, Tagliatelle al Ragù, Mortadella. Die Küche ist schwer, butterlastig und kompromisslos gut. Wer hier isst, versteht, warum die Region zu den wohlhabendsten Europas zählt.
Von Parmesan bis Prosciutto: Lecker in der Emilia-Romagna
Die Adria: Mehr als nur Teutonengrill

Am Ende der Via Emilia wartet das Meer. Die Riviera Romagnola ist seit den 50er Jahren die Badewanne Europas. Rimini, Riccione, Cesenatico. Auf den ersten Blick eine endlose Reihe aus Sonnenschirmen und Hotels. Doch der erste Eindruck täuscht.
Rimini hat sich gewandelt. Die Stadt von Federico Fellini setzt heute auf Kultur, restaurierte Kinos und moderne Promenade statt billigem Massentourismus. Die Infrastruktur ist perfekt, das Nachtleben legendär, die Strände sauber. Es ist der pragmatische Gegenpol zum Hinterland: Hier wird entspannt, gefeiert und gelebt.
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