Die Piazza S. Oronzo in Lecce in Apulien Foto: stock.adobe.com/alessandrofara83
Von unserer Redaktion
Manchmal liegt das große Italien in den kleinen Städten. Abseits der Metropolen zeigen sich Geschichte und Kultur hier im Maßstab eins zu eins.
Neben Weltstars wie Rom, Florenz, Venedig und Mailand hat das Land von Nord bis Süd viele Orte, die weniger bekannt, aber ebenso eindrucksvoll sind – nicht laut, nicht überfüllt, sondern echt. Unsere aktuelle Top 5:
Orvieto in Umbrien: Stadt auf dem Tuffstein

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Orvieto thront auf einem 300 Meter hohen Tuffsteinfelsen, der schon den Etruskern als Siedlungsort diente. Der Dom, Bauzeit ab dem Jahr 1288, gilt als eines der wichtigsten Bauwerke der italienischen Gotik. Die Fassade wurde unter Bauleiter und Bildhauer Lorenzo Maitani entworfen. Unter der Stadt liegen über 1.200 in den Fels gehauene Höhlen, die bis ins Mittelalter als Lagerräume und Fluchtwege dienten. Mehr Geschichte auf engstem Raum geht fast nicht.
- Einwohner: knapp 20.000
- Lage: in der Mitte Italiens abseits der großen Städte
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Italien im Herbst: 7 Regionen, in denen Wein jetzt am besten schmeckt
Lecce in Apulien: barockes Erbe im Süden

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Lecce wuchs vor allem vom 16. bis 18. Jahrhundert durch den Handel mit Olivenöl und Steinmetzkunst. Aus dem weichen Kalkstein, dem sogenannten Pietra Leccese, entstanden Dutzende Kirchen und Paläste mit feinsten Ornamenten. Zu den bedeutendsten zählen die Basilica di Santa Croce und der Palazzo dei Celestini. Abends trifft man sich auf der Piazza Sant’Oronzo, wo noch heute römische Überreste und barocke Fassaden nebeneinanderstehen. Heute gilt Lecce als das „Florenz des Südens“.
- Einwohner: gut 90.000
- Lage: in der Spitze des italienischen Stiefelabsatzes
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Der Italien-Urlaub beginnt am Autogrill: Geschichte eines Mythos
Cividale del Friuli in Friaul-Julisch Venetien: Hauptstadt der Langobarden

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Cividale wurde im 6. Jahrhundert von Alboin, dem König der Langobarden, gegründet und war deren erste Residenz auf italienischem Boden. Die Altstadt ist UNESCO-Welterbe. Im Tempietto Longobardo befinden sich Fresken aus dem 8. Jahrhundert. Die „Ponte del Diavolo“ über den Fluss Natisone stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist eines der bekanntesten Bauwerke des Friauls.
- Einwohner: um die 11.000
- Lage: im Nordosten, an der Grenze zu Slowenien
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Last-Minute Sonne tanken: Italiens Geheimtipps für den Oktober
Sulmona (Abruzzen) – Stadt der Zuckermandeln

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Sulmona liegt am Fuß der Majella und ist als Heimatstadt von Ovid und für seine Confetti berühmt – bunt glasierte Mandeln, die seit dem 15. Jahrhundert hergestellt werden. Das örtliche Konfetti-Museum dokumentiert die Geschichte dieser Handwerkskunst. Auf der Piazza Garibaldi, einer der größten Mittelitaliens, finden regelmäßig Märkte und historische Umzüge statt. Die romanische Kirche San Panfilo und der mittelalterliche Aquädukt prägen das Stadtbild.
- Einwohner: um die 22.000
- Lage: etwa in der Mitte des italienischen Stiefels
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Einer der letzten Geheimtipps Italiens: Die Abruzzen
Mantua in der Lombardei: Residenz der Renaissance

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Umgeben von drei künstlich angelegten Seen war Mantua im 15. und 16. Jahrhundert Machtzentrum der Familie Gonzaga und ein bedeutendes Zentrum der Renaissance. Der Palazzo Ducale hat um die 1.000 Räume, darunter Mantegnas berühmte „Camera degli Sposi“. Auf dem Wochenmarkt der Piazza Sordello werden bis heute Kürbis, Salami und Mostarda aus der Region verkauft – Zutaten, die Mantua auch kulinarisch unverwechselbar machen.
- Einwohner: um die 50.000
- Lage: im Süden der Lombardei
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