Rimini: Wie sich die Party-Metropole an der Adria neu erfunden hat

Jeder hat ein Bild von Rimini im Kopf: Sonnenbrand, deutsche Schlager, billiges Bier und endlose Reihen von Liegestühlen. Doch das Klischee ist tot. Die Stadt an der Adria hat eine der spektakulärsten Metamorphosen Italiens hingelegt.

Wer heute an der Lungomare flaniert, sucht den Autoverkehr vergeblich. Wo früher Blechlawinen den Blick aufs Meer versperrten, zieht sich jetzt der „Parco del Mare“: eine kilometerlange Promenade mit Palmen, Outdoor-Fitnessstudios und Design-Bänken. Rimini hat Beton gegen Grün getauscht. Die Stadt, die in den 50ern den Massentourismus erfunden hat, definiert ihn jetzt neu: Nachhaltiger, schicker, teurer.

Rimini: Wer nur den Strand sieht, verpasst was

Die zwei Gesichter von Rimini

  • Museumszentrum direkt in der Altstadt mit eindrucksvollen Installationen
  • Das imposante Stadttor: der Arco d’Augusto
  • Lidos müssen in der Regel mindestens einen Rettungsschwimmer vor Ort haben, abhängig von den lokalen Bestimmungen - Rimini im Sonnenuntergang
  • Fellini Museum in Rimini
  • Springbrunnen in Rimini
  • Rimini in der Emilia-Romagna in Italien
  • Ein kleiner Abendspaziergang in Rimini
  • Ein Lido in Rimini in der Emilia Romagna
  • Ein Lido in Rimini im Sonnenuntergang - Emilia Romagna Italien

Zwei Städte in einer

Rimini ist bipolar. Da ist die Marina: 15 Kilometer Sandstrand, aufgeteilt in hunderte „Bagni“. Diese Strandbäder sind hochorganisierte Dienstleistungszentren. Hier gibt es WLAN bis zur Wasserlinie, Warmwasserduschen und Animateure. Es ist eine Industrie der Erholung, die nirgendwo auf der Welt so effizient funktioniert wie hier.

Restaurants in Rimini: Was sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Lokalen in Italien
Die Gastromeile am Meer in Rimini

Doch nur 15 Gehminuten landeinwärts wartet die Überraschung: Das Centro Storico. Wer den Augustusbogen (Arco d’Augusto) durchschreitet, verlässt die Touristenwelt. Rimini war eine römische Schlüsselstadt. Die Tiberiusbrücke steht seit 2.000 Jahren und trägt noch heute den Verkehr. Der Tempio Malatestiano ist ein Meisterwerk der Renaissance, entworfen von Alberti. Hier trinken die Einheimischen ihren Aperitivo, weit weg vom Strandtrubel.

Der Geist von Fellini

Die Piazza Malatesta
Die Piazza Malatesta in Rimini

Rimini ist Kino. Federico Fellini (La Dolce Vita, Amarcord) wurde hier geboren, und die Stadt hat ihm ein Denkmal gesetzt, das seinesgleichen sucht. Das neue Fellini Museum ist kein verstaubter Raum mit Vitrinen, sondern erstreckt sich über das Castel Sismondo, das Kino Fulgor und einen Platz dazwischen. Das legendäre Grand Hotel, in dem Fellini immer residierte, steht noch immer wie eine Festung des Luxus am Park. Es ist der Beweis, dass Rimini auch Eleganz kann, nicht nur Eimersaufen.

Rimini: Ein Überblick über alles Wichtige

Piadina: Das flache Gold

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PIadine aus einem kleinen Imbiss in Rimini

Kulinarisch regiert hier nicht die Pizza, sondern die Piadina Romagnola. Das dünne Fladenbrot wird an kleinen Kiosken (Chioschi) frisch gebacken. Klassisch gefüllt mit Squacquerone (einem weichen Frischkäse), Rucola und Prosciutto Crudo. Es ist das ultimative Streetfood: Ehrlich, fettig und unschlagbar günstig. Ein Besuch in Rimini ohne Piadina ist juristisch gesehen kein Urlaub.

Nachtleben mit Niveau

jugendliche abends in rimini unterwegs
Abends unterwegs in Rimini, die Party-Hochburg an der Adria

Die Zeiten der billigen Discos sind vorbei. Die Clubszene hat sich gewandelt. Man geht in Beach-Clubs oder auf die Hügel von Riccione (wie ins Cocoricò), aber auch die Altstadt rund um die Vecchia Pescheria (alte Fischmarkthallen) ist nachts ein einziger Open-Air-Tresen. Hier stehen Studenten neben Anwälten, Weinglas in der Hand, auf jahrhundertealtem Kopfsteinpflaster.

Die Geschichte einer Adria-Legende: Das ist Rimini

  • Mehr über das Aostatal: Wo in Italien Französisch gesprochen wird und Pizza kein Standardgericht ist.
  • Mehr über Kampanien: Wo Temperament auf die Amalfiküste trifft, das unvergessliche Neapel und das Drama von Pompeji. Traumhaftes Essen zu meist traumhaften Preisen (Ausnahme Amalfi natürlich).
  • Mehr über die Toskana: Der ewige Sehnsuchtsort der Deutschen – Zypressenalleen, orangene Sonnenuntergänge, Weinberge.
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