Sangue, sudore e fuoco: le usanze pasquali più spettacolari d'Italia

Die traditionellen Oster-Ochsen von Florenz Foto: stock.adobe.com/gimsan

Dal nostro team editoriale

Mit pastellfarbenen Schokoeier und niedlichen Häschen haben die Ostertage nichts zu tun. Wenn in Italien die Karwoche anbricht, verwandelt sich das Land in eine Bühne für jahrhundertealte Dramen.

Büßer schleppen schwere Kreuze, Teufel tanzen durch die Gassen und vor dem Dom von Florenz explodiert ein Feuerwerk. Die Luft riecht nach Weihrauch, geschmolzenem Wachs und Schweiß. Das Trommeln der Blaskapellen dröhnt in der Magengrube, während vermummte Gestalten im flackernden Fackelschein durch die engen Gassen ziehen. Wer Ostern in Italien feiert, erlebt kein stilles Frühlingsfest, sondern ein archaisches Theaterstück über Leben, Tod und Auferstehung. Es ist eine faszinierende Mischung aus Glauben und heidnischem Erbe.

Wir haben die spektakulärsten Rituale des Landes zusammengetragen – Orte, an denen die Settimana Santa, die Heilige Woche, ein Ausnahmeerlebnis.

1. Wenn der Himmel brennt: Explosions- und Feuerriten

Der fliegende Funke von Florenz, das Scoppio del Carro
Es ist Ostersonntag auf der Piazza del Duomo in Florence. Weiße, blumengeschmückte Ochsen haben einen neuneinhalb Meter hohen, historischen Prunkwagen vor den Dom gezogen. Dann der Höhepunkt: Während der Messe entzündet der Erzbischof am Altar eine raketengetriebene, eiserne Taube (die Colombina). Zischend rast sie an einem Drahtseil durch das Kirchenschiff nach draußen, trifft den Wagen und zündet ein ohrenbetäubendes, minutenlanges Feuerwerksspektakel. Ein Ritual, das seit seit fast 1.000 Jahren gute Ernten versprechen soll.

2. Unter Kapuzen und im Fackelschein: Mystische Prozessionen

Die Geister von Enna, die Processione degli Incappucciati
Su Sicilia bleibt am Karfreitag die Zeit stehen. In Enna ziehen Tausende Mitglieder historischer Bruderschaften nachts durch die völlig verdunkelten Straßen. Ihre Gesichter sind unter spitzen Kapuzen verborgen. Begleitet nur von monotonen, gregorianischen Gesängen und dem leisen Schlurfen ihrer Schuhe, tragen sie die Trauer um Christus durch die Nacht.

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3. Masken, Peitschen und Anarchie: Der Tanz der Teufel

Der Kampf um die Seele in Prizzi, der Ballo dei Diavoli
Ostern als Horror-Performance: Im sizilianischen Prizzi übernehmen am Ostersonntag rote Teufel mit furchteinflößenden Zinkmasken und ein gelb gekleideter „Tod“ die Straßen. Mit Schwertern bewaffnet, tanzen sie wild umher, gehen auf Passanten zu und versuchen rituell, das Aufeinandertreffen der Statuen von Jesus und Maria zu verhindern. Ein lauter und grandios inszenierter Kampf zwischen Gut und Böse.

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4. Die Qual der Träger: Riesige Statuen und Büßerrituale

sanctuary among tropical plants in sicily
Die Basilika Maria Santissima Annunziata in Trapani
Photo by Christian Iso on Pexels.com

Der 24-Stunden-Marathon von Trapani (Misteri di Trapani)
Es ist eine der längsten religiösen Veranstaltungen Europas. Auf Sicilia tragen Hunderte von Männern am Karfreitag 18 schwere Holzstatuengruppen, die die Leidensgeschichte Christi darstellen. Die Prozession dauert unglaubliche 24 Stunden. Die Statuen schwanken im sogenannten Annacata-Schritt zum Takt der Blaskapellen. Die Erschöpfung und Hingabe der Träger ist greifbar.

Ketten auf Kopfsteinpflaster in Castiglione di Garfagnana (Crocioni-Prozession)
Gründonnerstag in der Toscana: Nach der Messe tritt der Crocione auf den Plan. Ein anonymer Büßer, der die Rolle Christi übernimmt, zieht barfuß, beladen mit einem schweren Kreuz und gefesselt in rasselnden Ketten durch das Dorf. Das Kratzen des Metalls auf den Steinen in der absoluten Stille der Nacht sorgt für pure Gänsehaut.

5. Das große Finale der Weltkirche

Der Weg des Kreuzes (Via Crucis im Kolosseum)
Es ist das Bild, das um die Welt geht: Am Karfreitagabend leitet der Papst persönlich den Kreuzweg vor der antiken Kulisse des römischen Kolosseums. Tausende Pilger stehen mit brennenden Kerzen in der Dunkelheit, während an 14 Stationen Lesungen und Gebete den Leidensweg Jesu nachzeichnen. Ein Moment der Weltgeschichte, der die Wucht und Inszenierungskraft des italienischen Osterfestes auf den Punkt bringt.

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