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Von unserer Redaktion
Wer dabei ist, versteht, warum die Ernte hier ein Fest ist: Wenn in Italien die Oliven reifen, beginnt eine Zeit zwischen Arbeit und Magie.
Es ist der Moment, in dem Italien anders riecht. Wenn die Tage kürzer werden und die Sonne tiefer über den Hügeln steht, beginnt die Zeit der Oliven. In den Tälern von Umbrien, in der toskanischen Maremma oder zwischen den alten Bäumen Apuliens hört man das Rascheln der Netze, das Klappern der Körbe – und manchmal das leise Summen der Ölmühlen, die Tag und Nacht arbeiten.
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Der Rhythmus der Ernte
Je nach Region startet die Ernte zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember. In der Toskana und in Umbrien sind die ersten Früchte meist schon früh reif, im Süden – in Apulien, Kalabrien oder auf Sizilien – zieht sie sich bis in den Advent. Gepflückt wird in der Regel per Hand oder mit feinen Rüttelmaschinen, bevor die Oliven ganz dunkel werden. So bleibt ihr Öl fruchtiger, intensiver und mit jener charakteristischen, leicht pfeffrigen Note, die Kenner lieben.
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Das erste Öl
Das frisch gepresste olio nuovo hat eine fast leuchtend grüne Farbe und schmeckt nach Artischocke, Mandeln und Kräutern. Ungefiltert, trüb und kräftig – so kommt es direkt aus der Presse auf den Tisch. In den frantoi, den traditionellen Ölmühlen, darf man es oft gleich vom Brot probieren. Ein Erlebnis, das irgendwo zwischen bäuerlichem Alltag und stillem Ritual liegt.
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Orte, an denen man dabei sein kann
Wer den Herbst in Italien erlebt, sollte den frantoi aperti folgen – den offenen Mühlen, die ihre Türen für Besucher öffnen. Besonders in Umbrien, rund um Spoleto oder Trevi, kann man die Pressen in Aktion sehen. In der Toskana laden kleine Landgüter zu Verkostungen ein, während in Apulien ganze Familienbetriebe Gäste bei der Ernte mitarbeiten lassen – vom Pflücken bis zur Verkostung am Abend.
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Ein Fest für das neue Öl
Das erste Öl des Jahres wird gefeiert wie ein guter Wein. In Reggello bei Florenz findet jedes Jahr Mitte Oktober die Festa dell’Olio Novo statt, in Umbrien die Frantoi Aperti (von Mitte Oktober bis Mitte November). Dort riecht es nach Brot, Wein und frisch gepresstem Öl – und man versteht, warum Italien das Olivenöl nicht nur als Produkt, sondern als Kultur betrachtet.
Wer im Oktober oder November durch das Land reist, sollte stoppen, wenn er ein Schild mit „frantoio aperto“ sieht. Dahinter wartet kein Museum, sondern ein Stück lebendige Erntezeit.
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