Was „Ciao“ wirklich auf Italienisch bedeutet – und wo das Wort herkommt

„Ciao ragazze!“ Foto: stock.adobe.com/luckybusiness

Von unserer Redaktion

Ein kleines Wort mit großer Geschichte. Ciao ist quasi weltweit ein Grußword. Das italienische Wort „Ciao” ist quasi weltweit zum Grußwort geworden. Dabei weiß fast keiner, was es wirklich bedeutet.

Ciao – fünf Buchstaben, zwei Silben und eine quasi adelige Herkunft. Das Ciao hatte seinen Anfang in den feinen Salons des venezianischen Adels – als Ausdruck tiefster Demut. Ursprünglich sagte man in Venedig nicht einfach „Hallo“, sondern verbeugte sich sprachlich mit einem ehrerbietigen „s-ciào vostro“. Wörtlich übersetzt: „(Ich bin) euer Sklave.“ Klingt heute befremdlich, war damals Ausdruck höfischer Raffinesse. Wer in der Lagunenstadt des 17. Jahrhunderts dazugehören wollte, versicherte seinem Gegenüber verbal die eigene Dienstbereitschaft.

Geschwollen, aber höflich

Die Wurzeln reichen noch weiter zurück: Das venezianische „s-ciào“ stammt vom italienischen „schiavo“, abgeleitet vom mittellateinischen „sclavus“ – „Sklave“. Auch das süddeutsche „Servus“ geht übrigens auf eine ähnliche Form zurück: „Servus humilimus, domine spectabilis“ – „Ihr demütigster Diener, ehrwürdiger Herr“. Klingt geschwollen? Ist es auch. Aber höflich war’s.

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Vom Adelsgruß zum Straßenflirt

Ein Wort macht Karriere: Während man sich in Venedig noch ergebenst „s-ciào vostro“ versicherte, fegte im 19. Jahrhundert ein frischer Wind durch die lombardischen Gassen. Dort – in Städten wie Mailand – wurde aus der unterwürfigen Formel allmählich ein freundlicher, lässiger Gruß. Die Venezianer hatten es förmlich auf der Zunge, die Lombarden machten daraus einen Gruß zum Espresso. So wurde aus „s-ciào“ das handliche „ciao“, das man jederzeit in den Tag werfen konnte – ohne Adel, ohne Verbeugung. Heutzutage wird die Begrüßung bei formellen Anlässen gar nicht mehr benutzt – zu salopp, zu vertraulich.

Im 20. Jahrhundert trat „ciao“ dann seine große Reise an: zunächst durch ganz Italien – von der Piazza in Palermo bis zur Tram in Turin. Später dann, durch Filme, Lieder und nicht zuletzt durch Millionen italienischer Auswanderer, hinaus in die Welt. Vom deutschen „Tschau“ bis dutzend anderen Variationen.

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