Mantua in der Lombardei: Der leise Star unter Italiens Städten

Panoramaaufnahme von Mantua Foto: stock.adobe.com/dudlajzov

Von unserer Redaktion

Mantua ist kein lauter Star unter Italiens Städten – eher eine elegante Diva, die lieber flüstert als schreit. Das Juwel am Gardasee.

Wer sich auf Mantua einlässt, erlebt Kunst, Geschichte, Natur und Genuss in einer Intensität, die viele andere Reiseziele neidisch machen dürfte. Hier sind 10 Gründe, warum die Grande Dame zwischen Po und Gardasee einen Besuch wert ist.


1. Renaissance zum Anfassen

Mantua war einst das Machtzentrum der Familie Gonzaga – und das spürt man an jeder Ecke. Die Familie herrschte fast 400 Jahre lang über Mantua und Umgebung. Der Palazzo Ducale ist nicht nur ein Palast, sondern eine Stadt in der Stadt – mit etwa 1.000 Räumen und 35.000 qm Fläche. Höhepunkt: die von Andrea Mantegn mit Fresken bemalte „Kammer der Eheleute“ im dazugehörigen Castello di San Giorgio. Wer hier steht, verliert das Gefühl für Raum und Perspektive – und für die Zeit sowieso. Mantua ist UNESCO-Weltkulturerbe.

Mantova Duomo Cathedral on Piazza Sordello (Piazza San Pietro) in Mantua
Die Piazza San Pietro in Mantua mit Blick auf die Kathedrale
Foto: stock.adobe.com/EyesTravelling

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2. Opernflair mitten in der Stadt

Du liebst Verdi? Dann wird dir Mantua gefallen. „Rigoletto“ spielt genau hier. Du kannst durch die Gassen spazieren, in denen der Hofnarr gelebt haben soll, sein denkmalgeschütztes Haus besuchen – und dir vorstellen, wie „La donna è mobile“ durch die Nacht hallt.

3. Theater, schöner als ein Traum

Das Teatro Bibiena ist so schön, dass selbst der 15-jährige Mozart sprachlos war. Er trat hier 1770 auf und schrieb danach an seinen Vater, er habe nie ein schöneres Theater gesehen. Rokoko vom Feinsten, Lichtspiele auf Gold und Samt – ein Fest für die Augen.

4. Giganten, die aus der Wand brechen

Im Palazzo Te gibt es einen Raum, der Besucher atemlos zurücklässt: Die „Kammer der Giganten“ ist ein barockes Gesamtkunstwerk von Giulio Romano. Wände und Decke verschmelzen zu einem einzigen Strudel aus Körpern, Farben, Schreien und Bewegung.

Die beeindruckenden Decekfresken im Palazzo Te in Mantua
Die beeindruckenden Decekfresken im Palazzo Te in Mantua
Foto: stock.adobe.com/wjarek

5. Essen wie ein Herzog

Risotto aus Vialone Nano, Kürbis-Tortelli mit Amaretti, die berühmte Sbrisolona (eine Mandelbrösel-Tarte zum Zerbrechen), die pikante Mostarda di frutta, Salame Mantovano … Die Küche Mantuas ist üppig, erdig, ehrlich – und absolut köstlich.

6. Der „fliegende Mantuaner“

Tazio Nuvolari war einer der größten Rennfahrer der Geschichte – schnell, furchtlos, ein Idol seiner Zeit. Ferdinand Porsche nannte ihn „den größten Fahrer aller Zeiten“. In Mantua erinnert ein liebevoll gestaltetes Museum an diesen Helden des Motorsports.

7. Natur pur – zu Fuß, per Rad oder Boot

Du willst raus aus der Stadt? Der Fluss Mincio und die umliegenden Moränenhügel bieten traumhafte Wege zum Wandern, Radfahren oder Kanufahren. Besonders schön: die stillen Wasserwege Richtung Peschiera oder das ca. 30 km entfernte Nachbardorf Castellaro Lagusello.

Der Mincio-Park ist ein Landschaftsschutzgebiet.
Der Mincio-Park ist ein Landschaftsschutzgebiet.
Foto: stock.adobe.com/matteo

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8. Wo die Störche wohnen

Nur wenige Minuten außerhalb der Stadt: der Parco del Mincio. Hier liegt auch der Wald von Bertone, wo weiße Störche brüten. Besonders für Familien mit Kindern ist ein Besuch dieses grünen Rückzugsorts ein besonderes Naturerlebnis.

9. Bücherliebe in den Gassen

Im September verwandelt sich die Stadt in ein Paradies für Literaturfreunde: Beim Festivaletteratura treffen sich Autoren und Schriftstellerinnen, Verlage, Leserinnen und Leser (mehr Infos hier: festivaletteratura.it). Es wird gelesen, diskutiert, performt – auf Plätzen, in Innenhöfen, in Theatern. Literatur wird hier zur lebendigen Stadtkultur.

10. Sabbioneta: die perfekte kleine Schwester

Nur wenige Kilometer entfernt liegt Sabbioneta, das „Idealbild“ einer Renaissance-Stadt, geplant von Vespasiano Gonzaga. Ein UNESCO-Welterbe mit Stadtmauer, Teatro Olimpico, herrschaftlichen Palästen und einem klaren Stadtgrundriss.

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