Grappa, Limoncello, Amaro: So funktioniert der Digestivo in Italien

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Von unserer Redaktion

Ein Digestivo ist nicht nur ein Schnaps – er ist ein Ritual. In Italien gehört das kleine Glas nach dem Essen zum kulinarischen Abschluss.

Ob klar, bitter, süß oder kräutrig: Der Digestivo soll nicht nur schmecken, sondern auch die Verdauung anregen – und, mindestens ebenso wichtig, das Beisammensein stilvoll abrunden.

Schon die Antike gönnte sich Kräuter

Die Ursprünge des Digestivo reichen weit zurück: Schon in der Antike mischten Griechen, Römer und Ägypter Alkohol oder Wasser mit Kräutern, um den Magen zu beruhigen. Im Mittelalter griffen italienische Klöster die Idee auf – dort wurden viele Digestivi ursprünglich als Heilelixiere entwickelt. Einer der ältesten Belege stammt aus Klosterarchiven, in denen Nocino bereits im Mittelalter erwähnt wird. Im Alltag Italiens wurde der Digestivo spätestens ab der Renaissance zur Gewohnheit.

Robustes im Norden, Süßes im Süden

Was einst als Medizin gegen Völlegefühl und Cholera galt, ist heute ein Symbol italienischer Geselligkeit – mit starken regionalen Ausprägungen. In Norditalien dominieren robuste Kräuterliköre wie Fernet-Branca, Grappa oder eben Nocino. Im Süden hingegen setzt man auf Zitronen, Anis und milde Süße: Limoncello aus Kampanien, Sambuca mit Kaffeebohne in Rom oder Bitterliköre mit Bergamotte aus Kalabrien sind hier verbreitet. Typische Vertreter dieser Tradition sind Amaro, Grappa, Limoncello, Sambuca oder Nocino, ein Walnusslikör aus Norditalien.

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Der „Kaffeekiller”

Fast jeder Amaro basiert auf einer geheimen Rezeptur, oft seit Generationen in Familienhand. Die Kräuter- und Gewürzmischungen unterscheiden sich teils deutlich – von waldig über medizinisch bis süß-würzig. Und dann ist da noch der Begriff „Ammazzacaffè“ – der „Kaffeekiller“. So nennt man in vielen Regionen den Digestivo, der den Espresso beendet. Oder vielleicht umgekehrt. Denn wer in Italien einkehrt, weiß: Hier endet das Essen nicht mit dem Dessert, sondern mit einem Glas. Und sei es nur zum Anstoßen auf das Leben.

Die bekanntesten Digestivi aus Italien

  • Amaro Averna: ein Kräuterlikör aus Sizilien
  • Fernet-Branca: ein Kräuterbitter aus Mailand
  • Limoncello: Zitronenlikör aus Kampanien
  • Grappa: ein Tresterbrand aus Norditalien, vor allem aus Venetien und dem Piemont
  • Sambuca: ein Anislikör aus dem Latium
  • Amaro Montenegro: ein Kräuterlikor aus Bologna
  • Nocino: ein Walnusslikör aus der Emilia-Romagna
  • Amaretto: ein Mandellikör aus der Lombardei
  • Mirto: ein Myrtenlikör aus Sardinien
  • Strega: ein Kräuterlikör aus Kampanien

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