Von unserer Redaktion
Menschenmassen in Rom, Eintritt in Venedig und Stau rund um den Gardasee. Dieses Frühjahr hat Italien Hochkonjunktur. Fünf Tipps abseits der bekannten Touristenpfade.
Wenn die ersten warmen Winde über den Stiefel wehen, erwacht Italien aus dem Winterschlaf. Es ist die Zeit der blühenden Zitronenbäume, des ersten Cappuccinos im Freien und der milden Abende. Doch das viel zitierte Dolce Vita findet man viel einfacher dort, wo sich keine Reisebusse stapeln und keine Touristen-Gruppen durch die Gassen streifen.
1. Le Marche (Die Marken): Die Toskana für Entdecker

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Eingeklemmt zwischen der Adria und den noch schneebedeckten Gipfeln des Apennins, bieten die Marken alles, was die benachbarte Toskana weltberühmt gemacht hat – nur ohne den Trubel. Im Frühling überziehen sich die sanften Hügel mit einem satten Grün, gesprenkelt von leuchtend gelben Ginsterbüschen.
- Das Highlight: Die Renaissancestadt Urbino, deren intakter historischer Kern völlig zu Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
- Der Moment: Ein Glas eisgekühlter Verdicchio-Wein auf einer verschlafenen Piazza, während die Abendsonne die mittelalterlichen Fassaden in warmes Terrakotta taucht.
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2. Friaul-Julisch Venetien: Der Schmelztiegel im Nordosten

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Wo Österreich, Slowenien und Italien aufeinandertreffen, entsteht eine kulturelle und kulinarische Dichte, die ihresgleichen sucht. Das Friaul ist herb, elegant und gerade im Frühjahr von einer rauen, ungeschminkten Schönheit.
- Das Highlight: Triest. Die melancholische Hafenstadt besticht mit grandiosen, k. u. k.-geprägten Kaffeehäusern und einem weiten Blick aufs tiefblaue Meer.
- Der Moment: Eine Wanderung durch das Karstgebirge, wenn die ersten Wildblumen sprießen, gekrönt von einer Rast in einer traditionellen „Osmiza“ bei luftgetrocknetem Schinken und süffigem Hauswein.
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3. Molise: Italiens bestgehütetes Geheimnis
Sogar viele Italiener scherzen gerne, Molise würde gar nicht existieren. Ein Glücksfall für alle, die Stille suchen. Diese winzige Region südlich der Abruzzen ist ein Rückzugsort fernab der modernen Taktung, geprägt von uralten Hirtenpfaden und trutzigen Bergdörfern.
- Das Highlight: Die antike römische Provinzstadt Altilia Sepino, oft als das „kleine Pompeji“ bezeichnet – mit dem feinen Unterschied, dass man die Ruinen hier meist völlig für sich allein hat.
- Der Moment: Die herzliche, unaufgeregte Begegnung mit Einheimischen, die sich ehrlich über Fremde freuen, begleitet von handgemachter Pasta und dem intensiven Olivenöl der Region.
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4. Das Cilento: Die wilde Schwester der Amalfiküste

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Nur zwei Autostunden südlich des ohrenbetäubenden Neapels beginnt eine andere Welt. Das Cilento ist wilder, archaischer und ursprünglicher als die mondäne Amalfiküste. Schroffe Steilküsten wechseln sich ab mit versteckten Buchten und einem waldreichen, hügeligen Hinterland.
- Das Highlight: Die mächtigen griechischen Tempel von Paestum, die im Frühjahr von einem leuchtenden Meer aus roten Mohnblumen umgeben sind.
- Der Moment: Der Duft von wildem Fenchel und Meersalz in der Nase, während man im kleinen Fischerdorf Castellabate auf der Terrasse sitzt und fangfrischen Fisch genießt.
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5. Basilikata: Zwischen Felsen und zwei Meeren

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Lange galt die Region am „Spann“ des italienischen Stiefels als Armenhaus, heute ist sie ein landschaftliches Faszinosum. Tiefe Schluchten, schroffe Felsen und zwei unaufgeregte Küstenstreifen am Ionischen und Tyrrhenischen Meer machen sie zum perfekten Frühlingsziel für Individualisten.
- Das Highlight: Matera. Die Stadt der Sassi (Höhlensiedlungen) raubt einem den Atem und ist jetzt im Frühling, bevor die drückende Sommerhitze in den Steingassen steht, am besten zu erkunden.
- Der Moment: Ein Roadtrip über die leeren, gewundenen Landstraßen durch die lukanischen Dolomiten, bei dem hinter jeder Kurve ein neues, spektakuläres Panorama wartet.
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