Alberobello in Apulien: Das Dorf aus dem Märchenwald

Sie sehen aus wie die Häuser von Zwergen oder Hobbits. 1.500 weiße Rundbauten mit grauen Kegeldächern drängen sich im Herzen Apuliens aneinander. Doch Alberobello ist kein Märchenwald. Die Trulli sind das Ergebnis harter bäuerlicher Realität – und einer genialen Gesetzeslücke.

Wer heute durch die Gassen von Alberobello spaziert, sieht UNESCO-Weltkulturerbe. Was wie putzige Folklore wirkt, war ursprünglich reine Überlebensstrategie. Im 17. Jahrhundert verboten die Feudalherren, die Grafen von Acquaviva, den Bauern, feste Häuser zu bauen. Der Grund: Für „Siedlungen“ mussten Steuern an den König von Neapel gezahlt werden.

  • 阿普利亚阿尔贝罗贝洛的小木屋
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  • 夏季意大利阿普利亚的阿尔贝罗贝洛与特鲁利
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Die Lösung: Bauen ohne Mörtel

Die Bauern im Valle d’Itria (Itria-Tal) wurden erfinderisch. Sie schichteten die lokalen Kalksteine trocken aufeinander – ohne Zement, ohne Mörtel. Wenn die königlichen Steuerinspektoren nahten, konnten die Dächer der Trulli (Einzahl: Trullo) buchstäblich über Nacht eingerissen werden. Übrig blieben Steinhaufen, die nicht steuerpflichtig waren. Nach der Abreise der Kontrolleure bauten die Familien ihre Häuser einfach wieder auf. Diese „Trockenbauweise“ hält bis heute. Die dicken Steinwände sind im apulischen Sommer die beste Klimaanlage: Draußen brütende Hitze, drinnen angenehm kühl.

Zwei Viertel, zwei Welten

Alberobello teilt sich in zwei Zonen. Rione Monti ist der touristische Hotspot. Hier reihen sich über 1.000 Trulli aneinander, fast alle sind heute Souvenirshops, Bars oder kleine Hotels. Es ist voll, laut und kommerziell. Wer das perfekte Foto für Instagram sucht, wird hier fündig – muss sich die enge Gasse aber mit Reisebussen teilen.

Die authentische Seite liegt gegenüber: Rione Aia Piccola. Hier wohnen noch echte Menschen. Keine Magneten, keine T-Shirts, sondern Wäscheleinen und geparkte Fiats vor den niedrigen Türen. Wer verstehen will, wie man in einem runden Raum ohne Ecken lebt, muss hier durchgehen. Respekt ist geboten, es ist kein Freilichtmuseum, sondern Wohnraum.

Symbole und Mystik

Auf vielen der grauen Kegeldächer prangen weiße Symbole. Mal christliche Kreuze, mal astrologische Zeichen oder primitive Formen. Sie sollten Unglück abwehren oder den Segen erflehen. Die Schlusssteine auf der Spitze (Pinnacoli) sind die Unterschrift des Baumeisters – jeder ist anders geformt.

Übernachten im Denkmal

Ein Tagesausflug reicht oft, um Alberobello zu sehen, aber eine Nacht macht den Unterschied. Wenn die Tagestouristen in ihre Busse steigen, kehrt die Magie zurück. Viele Trulli sind heute Ferienwohnungen. In einer dieser Steinhöhlen zu schlafen, unter einem Gewölbe, das Jahrhunderte ohne einen Tropfen Klebstoff überdauert hat, ist eine Erfahrung, die kein Luxushotel bieten kann.

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