Geplant am Reißbrett: So sieht Sabaudia heute aus
Od naszego zespołu redakcyjnego
Gerade Straßen, gerade Häuser und gerade Plätze. Sabaudia, knapp 100 Kilometer südlich von Rom, sieht anders aus als andere italienische Städte.
Statt jahrhundertelang gewachsen wie andere italienische Städte, entstand Sabaudia als Teil eines staatlichen Großprojekts unter dem italienischen Diktator Benito Mussolini. 1933 auf dem Reißbrett geplant, 1934 eingeweiht. Die Stadt sollte zeigen, wie sich das faschistische Regime das „neue Italien“ vorstellte: übersichtlich und funktional.
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Geplant als „Versorgungszentrum“
Sabaudia war nicht als klassische Stadt geplant worden, sondern sollte als Verwaltungs- und Versorgungszentrum für die neu gewonnenen Agrarflächen der Pontinischen Sümpfe dienen – mit Behörden, Schulen, Markt und aller weiteren nötigen Infrastruktur. Rundherum sollten sich landwirtschaftliche Siedlungen aufbauen, bewirtschaftet durch vom Staat angesiedelte Bauernfamilien.

Die Umsetzung dieses Konzepts blieb begrenzt erfolgreich. Die Bevölkerung wuchs langsamer als geplant, auch Industrie ließ sich nicht nieder. Aus dem geplanten „Versorgungszentrum“ entwickelte sich die heutige Stadt Sabaudia.
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So sieht Sabaudia heute aus
Die architektonischen Zeugnisse von damals prägen Sabaudia noch heute. Am zentralen Platz steht der Palazzo Comunale mit dem 46 Meter hohen Torre Civica. Das Gebäude ist ein schlichter, rechteckiger Kasten mit schmalen, hohen Fenstern, der von dem kantigen Turm flankiert wird. In der direkten Umgebung liegen das frühere Parteigebäude, die ehemalige Casa del Fascio, ein eckiger Bau mit langen Fensterbändern, und die Santissima Annunziata, ein kubischer, glatter Kirchenbau mit frei stehendem Glockenturm.

Die Baumaterialien wiederholen sich in der ganzen Stadt: glatte Fassaden, heller Stein, Farben zwischen Sand, Beige und Hellgrau. Ein optischer Hingucker ist die blaue Post, der Palazzo delle Poste. Die glatte Fassade ist mit blauen Mosaikfliesen bedeckt.
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Architektur als Ausdruck von Ordnung
Errichtet wurde Sabaudia innerhalb von 13 Monaten. Ein junges Architekten-Quartett entwarf die Stadt und die öffentlichen Gebäude nach den Prinzipien des italienischen Rationalismus, alles nach einer strengen Ordnung. Klare Linien, einfache Formen, kaum Schmuck. Sichtachsen verbinden zentrale Punkte wie den Hauptplatz und die Torre Civica.

Möglich wurde Sabaudia durch die Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe südlich von Rom. Das Gebiet galt über Jahrhunderte als kaum nutzbar. Seit der Antike scheiterten immer wieder Entwässerungsversuche. Erst in den 1930er-Jahren setzte der Staat das Projekt mit großem technischem und personellem Aufwand um.
Kilometerlanger Sandstrand

Heute ist Sabaudia ein vor allem bei Römern beliebter Ferienort mit Cafés und Lidos. Die Lage ist landschaftlich außergewöhnlich: Sabaudia liegt zwischen Küste, Dünen, Seen und dem heutigen Nationalpark Circeo. Der Strand erstreckt sich über mehrere Kilometer, hinter den Dünen liegen Lagunen und bewaldete Gebiete.
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