Italien-Urlaub 2026: Warum dieses weiße Dorf in Apulien jetzt alle begeistert

Sieht aus wie eine Filmkulisse: Alberobello in Apulien

Von unserer Redaktion

Ein Wald aus weißen Kegeln: Warum Alberobello in Apulien Reisende magisch in den tiefen Süden Italiens zieht.

Alberobello wirkt wie eine Fata Morgana aus weißem Kalkstein. Über 1.500 der kegelförmigen Bauten drängen sich in dem Dorf aneinander. Seit 30 Jahren stehen die Trulli unter dem Schutz der UNESCO. Was lange als kuriose Bauform galt, ist heute eines der prägnantesten Kulturerlebnisse Süditaliens. Bei Buchungsportalen wie Omio ist die Nachfrage für 2026 um 122 Prozent gestiegen. 7 Gründe, die Alberobello besonders machen.

Die Trulli in Alberobello in Apulien
Ein Dorf wie aus einem Märchen

1. Architektur als Akt des Widerstands

Die Trulli sind das Ergebnis einer raffinierten Steuerhinterziehung des 17. Jahrhunderts. Um die Abgaben an den König von Neapel zu umgehen, ordnete der Graf von Conversano den Bau ohne Mörtel an. Bei einer angekündigten Inspektion konnten die Trockenmauern binnen Stunden eingerissen werden – offiziell existierte hier keine dauerhafte Siedlung.

2. Die Geometrie der „Chiancarelle“

Was heute pittoresk wirkt, ist eine statische Meisterleistung. Die Dächer bestehen aus flachen Kalksteinplatten, den sogenannten Chiancarelle. Ohne Zement so verkeilt, dass sie absolut wasserdicht sind, nutzen sie das Prinzip der Kragkuppel – eine Bautechnik, die bereits in der Bronzezeit bekannt war und hier ihre Perfektion fand.

Alberobello in Apulien, Italien - die Trulli, die typischen Steinhäuser, Panorama, Foto Kayser
Die „Dachziegeln“ bestehen aus Kalksteinplatten

3. Hieroglyphen des Glaubens

Die markanten weißen Symbole auf den grauen Steindächern sind keine Dekoration. Es handelt sich um eine Mischung aus christlicher Ikonografie, jüdischen Einflüssen und heidnischen Schutzzeichen. Jede Glyphe sollte das Haus und seine Bewohner vor dem Unheil bewahren oder göttlichen Beistand für die Ernte erflehen.

4. Das Monument der Meister: Trullo Sovrano

Während die meisten Bauten bescheiden sind, bricht der Trullo Sovrano mit der Norm. Als einziges zweistöckiges Gebäude dieser Art im 18. Jahrhundert errichtet, beweist er, dass die Trockenbauweise sogar für repräsentative Wohnsitze stabil genug war. Er fungiert heute als Museum der bäuerlichen Alltagskultur des Itria-Tals.

5. Dualität der Viertel: Monti vs. Aia Piccola

Alberobello teilt sich in zwei Welten. Das Viertel Rione Monti beherbergt über 1.000 Trulli und die berühmte Kirche Sant’Antonio. Im Gegensatz dazu bewahrt Aia Piccola mit seinen rund 400 bewohnten Kegelbauten die ursprüngliche, fast sakrale Stille des dörflichen Lebens, weit weg vom Trubel der Souvenirläden.

6. Die einzige Trullo-Kirche der Welt

Alberobello in Apulien in Italien
Die erste und einzige Trullo-Kirche der Welt

Die 1927 erbaute Kirche Sant’Antonio ist ein weltweit einmaliges Sakralgebäude. Hier wurde die profane Architektur der Hirtenhütten in den Dienst des Glaubens gestellt. Mit ihren kegelförmigen Kuppeln und dem 21 Meter hohen Glockenturm im Trullo-Stil ist sie das Wahrzeichen der kulturellen Identität Apuliens.

7. Erhalt durch strenges Statut

Die Langlebigkeit Alberobellos ist kein Zufall, sondern das Ergebnis strikter Auflagen. Jede Restaurierung muss mit lokalem Gestein durch spezialisierte „Maestri Trullari“ erfolgen. Diese Reglementierung verhindert die touristische Überformung und stellt sicher, dass die Stadt auch 30 Jahre nach der UNESCO-Aufnahme ihren archaischen Charakter behält.

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