Italien, quasi ohne Touristen? Willkommen in Kalabrien!

Das historische Fischerdorf Scilla Foto: stock.adobe.com/nata rass

Von unserer Redaktion

Wer an Italien denkt, denkt an Florenz, Rom, Venedig. Und vergisst dabei den Teil, der am meisten überrascht. Kalabrien liegt ganz unten am Stiefel – geografisch, touristisch, wirtschaftlich. Aber genau dort beginnt vielleicht das faszinierendste Italiengefühl von allen: ungeschönt, ursprünglich, ein bisschen widerspenstig – und gerade deshalb so reizvoll.

Die bekannteste Stadt? Ein knapp 6.000-Einwohner-Dorf namens Tropea. Berühmt für seine spektakuläre Bauweise an steiler Küste. Und dann hört es auch schon fast auf mit den überregional bekannten Örtlichkeiten an Italiens Stiefelsohle.

Panoramablick auf den Strand von Tropea in Kalabrien, Italien, mit farbenfrohen Sonnenschirmen und der steilen Küstenarchitektur im Hintergrund.
Das berühmteste Dorf von Kalabrien: Tropea
Foto: stock.adobe.com/travelbook

Küsten wie aus dem Piratenfilm

Wer durch Kalabrien reist, braucht keinen Selfie-Stick, sondern gute Schuhe, offene Augen und Zeit. Dafür bekommt man Küsten wie aus einem alten Piratenfilm, Zitronenhaine bis zum Horizont und Dorfcafés, in denen selbst der Espresso Dorfcafés, in denen der Espresso keinen Schnickschnack braucht – nur Charakter.

Scilla zum Beispiel: Hier leben die Leute praktisch im Wasser (siehe Foto oben). Im Viertel Chianalea fahren Boote durch Gassen, an denen Fischer ihre Netze reparieren – nicht für Touri-Fotos, sondern für den nächsten Morgen auf dem Meer. Auf der anderen Seite posiert Sizilien. Und trotzdem ist man hier allein.

Kalabrien auf der Landkarte
Kalabrien liegt in Italiens Stiefelspitze
Karte: stock.adobe.com/lesniewski

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Kilometerlange Strände, menschenleer

Reggio Calabria, größte Stadt der Region, punktet nicht mit Schönheit, sondern mit Geschichte. Die Bronzen von Riace, zwei antike Statuen aus dem Meer, stehen hier wie aus einer anderen Welt. Wer mit ihnen allein im Museum steht, weiß, was Kalabrien kann: Ehrfurcht, nicht Kulisse.

Das  Capo Vaticano ist berühmt für seine spektakuläre Sicht
Das Capo Vaticano ist berühmt für seine spektakuläre Sicht
Foto: stock. adobe.com/francescosgura

Und dann sind da die Strände. Kilometerlang, goldfarben, menschenleer. Wer sich einmal in die Bucht von Capo Vaticano gelegt hat, mit Blick auf das kristallklare Wasser, fragt sich, warum hier nicht längst alles zugebaut ist. Die Antwort ist einfach: Kalabrien ist zu weit weg vom Massengeschmack.

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Das ursprüngliche Hinterland

Auch kulturell hat die Region viel zu bieten: byzantinische Kirchen, normannische Burgen, kleine Klöster in den Bergen. Die Dörfer im Aspromonte-Gebirge erzählen Geschichten, die kaum jemand kennt – von griechischen Siedlern, albanischen Minderheiten, bäuerlichem Stolz.

Die wilde Seite von Kalabrion: Pentidattilo in Reggio Calabria Foto: stock.adobe.com/Pixelshop
Die wilde Seite von Kalabrion: Pentidattilo in Reggio Calabria
Foto: stock.adobe.com/Pixelshop

Und wenn man dann abends in einer kleinen Trattoria sitzt und einen Teller ’Nduja-Pasta vor sich hat – pikant, ehrlich, hausgemacht – dann versteht man auch, was Kalabrien kulinarisch ausmacht. Hier hat Charakter.

Kalabrien will nicht gefallen. Es ist langsam. Es inszeniert sich nicht, es zeigt sich einfach. Für alle, die Italien authentisch suchen.

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