Ein Sommerabend in der Altstadt von Neapel
Von unserer Redaktion
Beim Mangiare hört in Italien der Spaß auf. Essen ist mehr als ein Grundbedürfnis – es ist ein Lebensgefühl! Wer dabei nicht (unangenehm) auffallen will: Unsere 10 Grundregeln fürs Abendessen helfen weiter.
1. Jedes Mahl hat seine Zeit

So lässig Menschen in Italien sind – der Spaß hört auf, wenn es ums Essen geht. Mittagessen gibt es zwischen 13 und 15 Uhr (vor allem auf dem Land, inklusive einer siesta danach). Das Abendessen, die cena wird normalerweise gegen 20 Uhr serviert.
Je weiter südlich du bist (und je wärmer die Temperaturen sind), desto weiter verschiebt sich diese Zeit nach hinten. Die Cena kann auch erst um 21 oder 22 Uhr losgehen. Wer die Zeit bis dahin überbrücken möchte: Zwischen 18 und 20 Uhr gibt es die Apericena, einen Aperitivo mit Knabbereien.
Wenn du um 18 Uhr eine verdauungsfreundliche Mahlzeit möchtest, wirst du außerhalb der Touristenhochburgen in der Regel nichts auf den Teller bekommen. Die Restaurants haben um diese Zeit meist noch geschlossen, und wenn nicht, bist du wahrscheinlich der einzige Gast. Oder du reist gerade (im Winter) durch die Berge im Norden – dann sieht die Lage wieder anders aus.
Italiens Restaurant-Typen: Von Pizzeria bis Trattoria
2. Keine Flip-Flops
Nicht so lässig wie gedacht, Teil 2. Selbst in den Strandregionen tragen die Italiener abends NICHT in Flip-Flops ins Restaurant. Traditionell gehen Menschen in Italien schicker aus – nichts mit einem Tanktop und Bermudas. Auch mit Flip-Flops bekommst du einen Tisch, aber möglicherweise auch ein paar irritierte Blicke.
3. Warte auf deinen Platz
In Italien bist du Gast – und deshalb kümmert man sich um dich. Bleib am Eingang des Restaurants stehen, bis die Bedienung dich begrüßt und dir einen Platz zuweist. Einfach hineinzugehen und sich an einen Tisch zu setzen, gilt als sehr unhöflich.

4. Die Menü-Gänge in Italien
Über die italienische Speisekarte könnte man Abhandlungen schreiben (und es werden noch ein paar Beiträge folgen), deshalb hier nur eine kurze Zusammenfassung. An Sonn- und Feiertagen gibt es meist das volle Programm an Gängen, bei „normalen“ Mahlzeiten manchmal nur zwei Gänge.
Ein klassisches italienisches Menü: Es geht los mit antipasti (u.a. Bruschetta, Caprese, Carpaccio), dann kommt der primo piatto (Kohlenhydrate: u.a. Pasta, Pizza, Risotto), secondo piatto (Eiweiß: u.a. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Käse, Ei), gefolgt vom Dessert, den dolci (u.a. Tiramisù, Pannacotta).
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5. Wie immer mit Respekt
„Kellner“- Rufe quer durchs Lokal sind unangebracht. Hebe stattdessen diskret den Finger oder ein freundliches „signore“ oder „signora“ und alles tutto a posto. Fast alle Servicemitarbeiter machen ihren Job mit Stolz auf das Essen, dass sie servieren. Frag nach Empfehlungen – und du wirst es nicht bereuen.
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6. „Coperto“ ist KEIN Trinkgeld
Das coperto ist KEIN „automatisches“ Trinkgeld ist. In vielen Restaurants wird das coperto als eine Art Servicegebühr für das Eindecken des Tisches auf die Rechnung aufgeschlagen. Diese Gebühr geht an die Restaurant-Inhaber, nicht an die Bedienungen.
7. Vino ja, besoffen nein
Es ist verlockend: Erst einen Aperitivo, dann einen Prosecco, später ein köstlicher Wein, dann noch ein Grappa, und spätestens jetzt kommt der Silberblick. Ups! Und in Italien: doppeltes Hoppla. Tatsächlich sieht man in Italien kaum Betrunkene durch die Straßen torkeln, hört keine Besoffenen in Kneipen grölen (wenn doch, dann sind es meistens Touristen). In Italien ist es verpönt, sich in der Öffentlichkeit zu besaufen.
P.S. Diese Regeln gilt nicht für italienische Touristen auf dem Oktoberfest in München. Aber das ist ja auch in Deutschland. 🙂

8. Kaffee nach dem Essen
Nach dem Abendessen gibt es Espresso. Keine Kanne Kaffee, keinen Milchkaffee, keinen Latte, keinen Cappuccino. Espresso, nichts sonst. P.S. Nur ganz allgemein: Cappuccino gibt es nur bis 11 Uhr (zum Frühstück).

9. Die Rechnung, bitte
Wenn du mit einer Gruppe raus gehst, bestellt man die Rechnung als Gruppe und schmeißt dann zusammen. Auf keinen Fall sollte man die Kellnerin bei acht Personen einzeln abkassieren lassen.
10. „Mancia”: Das Trinkgeld
Grundregel: Um so touristischer die Gegend, um so häufiger wird Trinkgeld „erwartet“. In weniger touristischen Regionen, vor allem wirtschaftlich schwachen Gebieten, wird häufig kein Trinkgeld gezahlt (und auch nicht erwartet).
Abgesehen von den extrem niedrigen Restaurantlöhnen in Italien, verdient guter Service auch ein Trinkgeld (der gängigen Meinung nach). Für Urlauber in Italien sind 5 bis 10 Prozent (inklusive coperto) in einem Restaurant üblich. US-Touristen zahlen oft deutlich mehr.
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