Der Volo dell’Angelo zwischen Castemezzano und Pietrapertosa Foto: stock.adobe.com/Why Not
Von unserer Redaktion
Es gibt Orte, die wirken wie aus einer anderen Welt. Castelmezzano ist so einer. Hoch oben in den Dolomiti Lucane, auf rund 750 Metern Höhe, klebt das Dorf an den Felsen.
Wer einmal durch die engen Gassen gelaufen ist, versteht, warum es zu den „schönsten Dörfern Italiens“ zählt – und warum es trotz oder gerade wegen seiner Abgeschiedenheit so faszinierend wirkt. Die Kulisse ist spektakulär: mächtige Felszacken, steile Hänge, Häuser, die direkt aus dem Stein zu wachsen scheinen. Seine Geschichte reicht weit zurück – bis ins 6. Jahrhundert vor Christus, als griechische Kolonisten hier die Siedlung Maudoron gründeten. Was heute ein stilles Bergdorf ist, war damals ein strategisch wichtiger Punkt.

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Flucht vor den Saraszenen
Seinen heutigen Namen und Charakter bekam Castelmezzano im 10. Jahrhundert, als Menschen vor den anrückenden Sarazenen flohen. Sie suchten Schutz in den Bergen – und fanden ihn in dieser schwer zugänglichen Felslandschaft. Der Name „Castelmezzano“ bedeutet so viel wie „Schloss in der Mitte“ – und verweist auf die Lage zwischen den Nachbarorten Pietrapertosa und Albano di Lucania.
Noch heute kann man die Spuren der Vergangenheit sehen: etwa an der „Gradinata Normanna“, einer Felsentreppe mit 54 in Stein gehauenen Stufen, die zu den Überresten einer mittelalterlichen Festung führt. Wer sie erklimmt, wird mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt.

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Mehr Ziegen als Menschen
Im Ort dominiert das mittelalterliche Flair: enge Gassen, steile Treppen, Häuser, die wie an den Felsen geklebt wirken. Es gibt keine großen Hotels, keine Einkaufsketten. Noch ruhiger, aber ebenso eindrucksvoll ist die Natur rundherum. Castelmezzano liegt im Naturpark Der Regionalpark Gallipoli Cognato Piccole Dolomiti Lucane, einem Gebiet voller seltener Pflanzen, schroffer Felsformationen und ursprünglicher Wanderpfade. Hier begegnet man mehr Ziegen als Menschen – und entdeckt ein Stück Italien, das kaum verändert scheint.
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Der Engelsflug
Apropos Abenteuer: Castelmezzano ist auch Ausgangspunkt für eines der spektakulärsten Erlebnisse Süditaliens – den „Volo dell’Angelo“, den „Flug des Engels“. Mit bis zu 120 km/h sausen Mutige an einer Zipline von einem Berggipfel zum nächsten, hoch über der Schlucht zwischen Castelmezzano und dem Nachbardorf Pietrapertosa. Nervenkitzel und Panorama inklusive.
Einfaches ehrliches Essen
Und natürlich: Essen! Die Küche von Castelmezzano ist wie das Dorf selbst – ehrlich, bodenständig, voller Geschmack. Wer hier zu Tisch sitzt, bekommt Spezialitäten aus der Region Basilikata serviert: etwa Peperoni Cruschi, knusprig gebratene Paprikaschoten, oder deftige Wurstspezialitäten aus lokaler Produktion. Castelmezzano ist kein Ort für Eilige. Aber für alle, die das echte Italien entdecken wollen, ist es ein kleines Paradies.
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