So könnte Casanova durch Venedig gefahren sein (generiertes Motiv)
Manche Namen brennen sich in die Geschichte ein wie ein Siegel aus heißem Wachs. Casanova ist so einer.
300 Jahre nach seiner Geburt steht der Name Casanova immer noch für Verführung, Eskapaden und verbotene Blicke unter Seidenmasken. Aber was ist wirklich bekannt über den vermeintlichen Jahrhundert-Liebhaber aus Venedig?
Geboren als Schauspieler
Giacomo Casanova wurde in eine Theaterfamilie hineingeboren. Das Spiel mit Identitäten hat er von klein auf gelernt. Seine Mutter tingelte als gefeierte Soubrette, als Operettensängerin, durch Europa. Der junge Giacomo wuchs zeitweise bei seiner Großmutter auf, wurde von Priestern erzogen und zeigte angeblich schon früh eine intellektuelle Frühreife, die selbst zynische Mentoren in Erstaunen versetzte.

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Mit 17 Jahren schloss er sein Jura-Studium ab. Er versuchte sich als Geistlicher, aber er hielt nach eigenen Angaben nicht lange durch. Er war ein Mann, dessen Lebenshunger sich nicht auf Brot und Wasser beschränken wollte. Auch als Violinist verdiente er zwischenzeitlich Geld – am Theater von San Samuele, dort, wo er als Kind hinter den Kulissen gespielt hatte. Casanova war ein Kind der Maskenstadt Venedig, der schillernden Welt aus Schein, Spiel und Verwandlung.
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Seinen Ruhm verdankt er sich selbst
Dass Casanova zur Legende wurde, liegt tatsächlich nicht an seiner Libido, sondern an seiner Feder. Seinen Ruhm verdankt er sich selbst. In seiner berühmten Autobiografie „Histoire de ma vie“ („Geschichte meines Lebens“) schildert er seine Affären, Reisen, Duelle, Eskapaden, Verkleidungen und Gefängnisausbrüche mit literarischem Gespür, aber zweifelhafter Faktenlage.

Viele Historiker bezweifeln die Zuverlässigkeit dieser Memoiren. Casanova beschreibt in seiner Autobiografie etwa 120 bis 130 Liebesbeziehungen – doch diese Zahl ist historisch nicht belegt.
Es existieren keine verlässlichen Dokumente oder unabhängigen Bestätigungen, die diese Angaben stützen. Liebesbriefe, die solche Affären dokumentieren könnten, sind kaum überliefert – entweder, weil sie nie gesammelt wurden, im Laufe der Jahrzehnte verloren gingen oder weil Casanova selbst seine Spuren bewusst verwischte. Andere Anekdoten wirken allzu perfekt komponiert, wie Bühnenstücke mit ihm selbst in der Hauptrolle.
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Was ist von Casanova historisch belegt?
Belegt sind Casanovas Geburt im Jahr 1725 in Venedig, seine Herkunft aus einer Theaterfamilie (seine Mutter war eine bekannte Schauspielerin, sein Vater arbeitete am Theater), sein Jurastudium in Padua mit frühem Abschluss, seine kurze Karriere als Kleriker und Violinist sowie seine späten Jahre als Bibliothekar in Böhmen. Diese Lebensstationen lassen sich durch Dokumente, Verträge und zeitgenössische Quellen belegen.
Vieles andere aber – etwa die genaue Zahl seiner Affären, die Echtheit einzelner Gefängnisausbrüche oder angebliche Begegnungen mit Berühmtheiten wie Voltaire oder Katharina der Großen – beruht nahezu ausschließlich auf seinen eigenen Aufzeichnungen. Es gibt keine bekannten Liebesbriefe an Casanova, keine Zeugenaussagen oder fremden Tagebucheinträge, die diese Episoden stützen würden. Historiker*innen sind sich daher einig: Die „Histoire de ma vie” ist ein kulturhistorisches Dokument, aber kein Tatsachenbericht.

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Casanovas größter Triumph
Dass Casanova – ausgerechnet – seine letzten Jahre als Bibliothekar auf einem Schloss in Böhmen verbrachte, klingt wie Ironie des Schicksals. Doch gerade dort schrieb er seine größte Geschichte: sich selbst. Mit Worten, die bis heute überleben. Und das ist vielleicht sein größter Triumph: dass wir 300 Jahre später immer noch fasziniert sind von diesem Mann, der sich selbst zur Liebes-Legende machte.