Weite Sicht und warmes Wasser: Wellness in Norditalien Foto: stock.adobe.com/mmphoto
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Wenn die Tage kurz sind und das Wetter eher nach Mantel als nach Motivation aussieht, fühlt sich Wärme plötzlich wie ein Reiseziel an.
Raus aus dem Grau, rein ins warme Wasser: Norditalien hat einen unschlagbaren Vorteil. Berge liefern Kulisse, Kurorte liefern Quellen – und viele Anlagen sind so gelegen, dass man den Thermenbesuch mit einem Stadtbummel, einer Promenade am See oder einer Winterwanderung verbinden kann, ohne dass daraus Logistik-Sport wird.
Bormio in der Lombardei: Dreimal Therme

Bormio im Winterzauber
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Bormio ist die Adresse für alle, die Thermalwasser lieber ernst nehmen als dekorativ. Der Ort liegt im oberen Veltlin in den Alpen – ein Bergort, der nicht nur Wintersportziel, sondern seit Jahrhunderten auch ein Kurort mit Thermalquellen ist. Hier gebt es Schnee mit Höhenluft und drinnen warmes Wasser und Dampfbäder – und das in drei sehr unterschiedlichen Varianten, die man je nach Stimmung wählen kann:
- Bormio Terme ist die unkomplizierte „große“ Lösung: klassisch, großzügig, mit Innen- und Außenbereichen – perfekt, wenn man einfach nur lange im warmen Wasser sitzen will. Das Tagesticket für Erwachsene liegt bei 35 Euro. (Hier geht’s zur Therme.)

Dramatische Lage, dramatischer Ausblick: die Terme Bagni Vecchi
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- Wer es dramatischer mag, wechselt zu Terme Bagni Vecchi: historische Grotten, Nischen, Ebenen – mehr Atmosphäre als Hallenbad-Ästhetik. Ein Ort, der aussieht wie über Jahrhunderte „gewachsen“: Grottenräume, steinerne Becken, verwinkelte Ebenen – und immer wieder der Kontrast aus Fels, Dampf und Aussicht. Einstiegspreise beginnen bei 58 Euro für 5 Stunden bzw. 72 Euro ohne Zeitlimit. (Hier geht es zur Therme.)
- Terme Bagni Nuovi ist die offenere Schwester: mehr „Resort“, mehr Wechsel zwischen innen und außen, mehr Flanieren von Becken zu Becken. Die Therme ist an ein Hotel angeschlossen, aber auch ohne Übernachtung nutzbar. 5 Stunden starten ab 58 Euro, ohne Limit ab 72 Euro. (Hier geht es zur Therme.)
Therme Meran in Südtirol

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Meran ist Winter in der sanften Version: Berge am Horizont, Stadt unter den Füßen – und eine Therme, die so nah an der Altstadt liegt, dass man Wellness und Kaffeehaus problemlos in denselben Nachmittag bekommt. Die Anlage ist modern und hell, eher „Licht und Glas“ als „Grotte“.
Für Erwachsene kostet das Tagesticket im Poolbereich 26 Euro, kombiniert mit Sauna 39 Euro.
Garda Thermae in Arco im Trentino

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Nördlich des Gardasees, dort wo Wintertage oft klarer sind als daheim, sitzt Garda Thermae am Tobliner See wie ein Wärmestopp für alle, die Bewegung und Entspannung gern mischen. Modern, geradlinig, mit Zeitfenstern statt „ganzer Tag oder nichts“.
Für Erwachsene starten die Tarife bei 19,50 Euro (1,5 h) und bei 34,50 Euro für den ganzen Tag.
Erlebnistherme Naturns in Südtirol
Naturns liegt im Vinschgau, wenige Kilometer westlich von Meran – eine Gegend, die gut in der kühlen Jahreszeit funktioniert:
Talspaziergänge, Sonne, wenn sie durchkommt, und danach ein schneller Wechsel ins Warme. Die Erlebnistherme ist kleiner und unaufgeregter als die großen Spa-Resorts rund um Bormio oder am Gardasee. Naturns gilt im Vergleich zu großen Thermenresorts als budgetfreundlich: Die Preise beginnen für 1,5 Stunden bei 11,20 Euro für Erwachsene, 3,50 Euro für Kinder und bei 12 Euro für ein Familienticket.
Terme Berzieri in Salsomaggiore Terme in der Emilia-Romagna

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Wer Thermen nicht nur als warmes Wasser, sondern als Bühne mag, landet in Salsomaggiore Terme (Emilia-Romagna, bei Parma) in einem der spektakulärsten Häuser der Region: dem Palazzo Berzieri. Der Bau ist ein Art-déco/Liberty-Statement aus der Kurstadt-Ära – innen wirkt vieles eher nach Grandhotel und Ornament als nach „Spa von heute“. Nach der Wiedereröffnung als Spa of Wonders ist genau diese Architektur Teil des Erlebnisses: Man geht nicht einfach baden, man bewegt sich durch einen Thermenpalast.
Der Einstieg beginnt, je nach Saison, bei 54 Euro (Spa-Eintritt für 5 Stunden). Wer ohne Zeitlimit bleiben will, zahlt ab 72 Euro.
Sirmione am Gardasee: Spa & Thermal Garden
Sirmione ist am Gardasee so etwas wie die elegante Abkürzung: Altstadtflair auf der Halbinsel, Wasser rundherum – und mittendrin ein Thermalbad, das den Ort auch jenseits der Sommersaison trägt. Im Spa & Thermal Garden geht es weniger um „Therme im Grünen“ als um warmes Wasser mit Seeblick und einem klaren Ablauf über Zeitfenster: Man bucht ein Ticket, bleibt im Rahmen des Slots – und kann den Besuch gut mit einem Spaziergang durch die Altstadt kombinieren.
Preise starten ab 56 € für 5 Stunden und bei 86 € fürs Tagesticket.
Terme Dolomiti, Pozza di Fassa im Trentino
In Pozza di Fassa liegt mit Spa Dolomiti eine Anlage, die den Dolomiten-Rahmen nicht als Hintergrund benutzt, sondern als Teil des Konzepts: viel Glas, viel Blick nach draußen, dazu Becken und Ruhezonen, die so angelegt sind, dass man immer wieder zwischen Wärme und Winterluft wechseln kann. Das Haus arbeitet als „Parcours“ – nicht ein großes Becken, sondern viele Stationen hintereinander: Panoramapools, Saunen und Themenräume, die bewusst mit regionalen Motiven spielen (etwa der „Salotto del Loden“). Das Thermalwasser kommt aus der Quelle Pucia.